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Deutschland / Welt Experte prophezeit Entlassungswelle in deutschen Opel-Werken
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Experte prophezeit Entlassungswelle in deutschen Opel-Werken
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10:19 04.11.2009
Die Zukunft von Opel ist weiter unsicher. Quelle: ddp
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GM habe keinen Ansatz für das Europa-Geschäft und beginne erst jetzt, den „x-ten Restrukturierungsplan“ für Opel auszuarbeiten, erklärte Dudenhöffer am Mittwoch. Dies geschehe mit enttäuschten Mitarbeitern, die nicht hinter GM stünden, mit einem geschwächten Management und hohen Verlusten. Es werde sehr schwer sein, für neue Produkte in Europa und USA Kredite zu erhalten. Damit werde das Produktprogramm auf Sparflammme laufen; der weitere Verlust von Marktanteilen in Europa sei vorgezeichnet.

Der Konzern werde auch selbst in seiner Existenz bedroht, sagte Dudenhöffer am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. „Ich glaube, General Motors hat eine Entscheidung getroffen, die selbst General Motors in den USA auf das Stärkste bedrohen wird“, fügte er hinzu. „Die Amerikaner überschätzen sich einfach, die kennen das Autogeschäft in Europa nicht und glauben, sie können es drehen und werden deshalb scheitern.“

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Für die rund 50 000 europäischen Opel-Beschäftigten sieht Dudenhöffer eine düstere Zukunft. „Da wird es einen großen Aderlass geben für die Beschäftigten. Ich rechne mit Werksschließungen. Antwerpen mit Sicherheit“, sagte er. Auch von den deutschen Standorten sei keiner sicher. „Ich rechne damit, dass in den nächsten Wochen die Entlassungswellen rollen“, sagte er. „Denkbares Szenario“ sei nun die Planinsolvenz von Opel mit Werkschließungen in Bochum, Kaiserslautern, Antwerpen und Standorten wie Eisenach und im britischen Ellesmere Port. Zudem werde Opel weitere Marktanteile verlieren. Es werde „ein langsames Sterben“ in den nächsten Jahren bei Opel geben.

Der Verwaltungsrat von GM hatte sich in seiner Sitzung am Dienstag gegen den Verkauf von Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna ausgesprochen. GM will nun Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall in Eigenregie sanieren.

afp/ddp