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Deutschland / Welt So kämpfen andere Städte mit Luftverschmutzung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt So kämpfen andere Städte mit Luftverschmutzung
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03:30 02.03.2018
Was tun gegen die Luftverschmutzung? Paris hat wie auch italienische Städte mit hoher Luftverschmutzung mit einer Kennzeichenregelung experimentiert. Quelle: Ian Langsdon/dpa
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Hannover

 Geht es nach dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), hat Zürich die Vorbildrolle in Sachen saubere Luft. In der Schweizer Bankenmetropole wurden die Parkgebühren drastisch erhöht, gleichzeitig der öffentliche Nahverkehr und die Fahrrad- und Fußgängerwege zulasten der Fahrbahnbreiten ausgebaut. All dies fand Mehrheiten bei Volksabstimmungen.

Amsterdam macht Autofahrern das Leben schwer, indem es pro Stunde 7,50 Euro für das Parken verlangt und kostenlose Abstellplätze so gut wie komplett abgeschafft hat. Die Kontrolle überlässt die holländische Hauptstadt nicht Politessen, sondern einem digitalen Überwachungssystem.

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Hohe Zustimmung für City-Maut in Stockholm

In Stockholm werden Autofahrer ebenfalls durch hohe Parkgebühren belastet sowie seit mehr als zehn Jahren durch eine City-Maut. Die Folge: Der Autoverkehr ging um 20 Prozent zurück, zuvor gerissene Grenzwerte beim Stickoxid werden jetzt weit unterschritten. Als die Maut eingeführt wurde, waren 70 Prozent der Stockholmer dagegen. Mittlerweile sehen 70 Prozent die Dinge anders, nämlich positiv.

Weiter südlich in Europa haben Paris, Madrid und Athen angekündigt, Dieselfahrzeuge bis 2025 komplett aus dem Stadtgebiet zu verbannen. Paris hat wie auch italienische Städte zu Zeiten mit hoher Luftverschmutzung mit einer Kennzeichenregelung experimentiert. An einem Tag durften nur Fahrzeuge mit gerader Endziffer in die City, am nächsten dann solche mit ungerader. Die Auswirkungen auf die Luft waren messbar. In Madrid wird die Gran Via, gleichzeitig Boulevard und Hauptverkehrsachse umgebaut. Statt sechs Fahrspuren für Autos gibt es künftig nur noch eine kombinierte Bus- und Taxispur sowie einen schmalen Streifen in der Straßenmitte, den sich Autos und Radler teilen müssen. Den Rest lässt die Stadt begrünen.

Gratis-Nahverkehr war in Belgien ein teurer Erfolg

In Deutschland wird gerade über kostenlosen Nahverkehr diskutiert. Europäischer Vorreiter dabei war die belgische 80.000-Einwohner-Stadt Hasselt, die so etwas seit 1997 praktizierte. Die Fahrgastzahlen in den Hasselter Bussen stieg drastisch, auf den Straßen waren spürbar weniger Autos unterwegs. Trotzdem wurde die Regelung 2013 abgespeckt und gilt jetzt nur noch für Kinder, Jugendliche und Senioren. Alles andere kam zu teuer.

Aktuell hat europaweit unter den größeren Städten nur die estnische Hauptstadt Tallinn ein Gratisticket im Angebot. Die Besonderheit: Es gilt für Steuerzahler und hat deshalb nicht nur zu Fahrgastzuwächsen, sondern auch zu solchen bei der Zahl der gemeldeten Einwohner geführt.

Von Bernd Haase