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Deutschland / Welt Ein Imperium aus dem Nichts
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18:30 14.09.2014
Sein Name ist zum Synonym geworden: „Brille: Fielmann.“ gehört zum deutschen Wortschatz. Quelle: dpa
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Kiel

Er hat Deutschland verändert. Nicht nur mit rund 580 Filialen in deutschen Fußgängerzonen und Einkaufszentren. Sein Name ist zum Synonym geworden: „Brille: Fielmann.“ gehört zum deutschen Wortschatz. An diesem Mittwoch wird Günther Fielmann 75 Jahre alt, und sein Geschäft ist größer denn je: Jede zweite Brille in Deutschland wird von Fielmann verkauft, 90 Prozent der Bevölkerung kennen das Unternehmen, für das mehr als 16.000 Mitarbeiter arbeiten.

Sein Imperium schuf der gebürtige Schleswig-Holsteiner aus dem Nichts. Nach einer unauffälligen Nachkriegsjugend, Optiker-Lehre und einem Berufsstart als Angestellter eröffnete Fielmann 1972 mit 33 Jahren in Cuxhaven sein erstes Geschäft. Das war so etwas wie der Urknall in der bis dahin verschlafenen Branche. Fielmann begnügte sich mit einer geringeren Marge, schaltete den Zwischenhandel aus, gab den Kunden Garantien. Der endgültige Durchbruch kam 1981, als Fielmann den Krankenkassen die Kassenbrille abhandelte und durch moderne Modelle ersetzte. „Bis dahin musste jeder Brillenträger den Nachweis seines geringen Einkommens auf der Nase tragen“, erinnert sich Fielmann.

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In Kiel eröffnete er 1982 sein erstes Super-Center mit 7.000 Brillen. „Wir haben immer wieder alles riskiert“, sagte Fielmann in einem Interview. Es folgt der Börsengang 1994 und die Expansion ins Ausland, die allerdings immer verhalten blieb. Das Unternehmen ist schuldenfrei und zu mehr als 70 Prozent in Familienbesitz. Längst ist Fielmann nicht nur Händler und Handwerker, sondern auch Produzent von Brillen mit einem Produktionszentrum im brandenburgischen Rathenow.

Fielmann engagiert sich als Öko-Landwirt und hat das Schloss Plön gekauft, um dort Augenoptiker für die gesamte Branche auszubilden. Fielmann spendet viel, hat seine Mitarbeiter über Aktien am Unternehmen beteiligt und pflanzt für jeden von ihnen jedes Jahr einen Baum. In einem Alter, in dem Normalbürger schon seit zehn Jahren den Ruhestand genießen, macht sich auch Günther Fielmann Gedanken um die Nachfolge. Er hat spät geheiratet, die beiden Kinder sind erst in den Zwanzigern. „Mit meinen Kindern habe ich großes Glück“, sagte Fielmann dem Journalisten Harald Czycholl, der ein Buch über den Brillenkönig veröffentlicht. Sein Sohn bereite sich nach dem Abschluss an einer Elite-Universität auf eine größere Rolle im Unternehmen vor, und auch die Tochter, die Psychologie studiert, komme dafür infrage. In dem Buch gewährt Fielmann Einblicke in sein Seelenleben. „Schon als Kind träumte ich von einem eigenen Bauernhof.“ Und wie passt dazu der Ferrari-Fuhrpark? „Ein wenig Unvernunft steht jedem Menschen zu.“

Eckart Gienke

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