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Deutschland / Welt Fitch schickt Spanien tiefer in die Krise
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Fitch schickt Spanien tiefer in die Krise
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09:08 08.06.2012
Foto: Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Spaniens am Donnerstag um einen Schlag um drei Stufen abgesenkt.
Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Spaniens am Donnerstag um einen Schlag um drei Stufen abgesenkt. Quelle: dpa
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Madrid

Spanien rutscht immer tiefer in die Krise. Für einen neuen Tiefschlag sorgte am Donnerstagabend die Ratingagentur Fitch. Sie senkte die Kreditwürdigkeit des Landes um drei Stufen herab. Spanien ist von einer massiven Bankenkrise gebeutelt, steckt in einer schweren Rezession und kämpft mit einem zu hohen Staatsdefizit.

Im Notfall soll Spanien Hilfe der Euro-Partner bekommen. „Falls Spanien Hilfe braucht, wird es Unterstützung erhalten“, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am Donnerstag in Brüssel am Rande einer Veranstaltung. Luxemburgs Premier sagte weiter, der spanische Bankensektor stehe „unter Stress“. Da Madrid bisher keinen Antrag auf Hilfen der Partner gestellt habe, sei es zu früh, über Zeitpläne und Summen zu spekulieren.

Die spanische Regierung hat noch nicht entschieden, ob sie in Brüssel Hilfen beantragen wird. Sie will nach Angaben von Wirtschaftsminister Luis de Guindos erst Gutachten des Weltwährungsfonds (IWF) und zweier Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zur Lage des spanischen Bankensektors abwarten.

Die Ratingagentur Fitch teilte mit, man habe die Bonität Spaniens um drei Stufen von „A“ auf „BBB“ gesenkt. Damit wird das Land nur noch zwei Stufen über Ramsch-Niveau bewertet. Den Ausblick setzte Fitch auf „negativ“. Als Hauptbegründung für die Entscheidung nannte das Ratingunternehmen die hohen Kosten, die Spanien wahrscheinlich bei der Sanierung des maroden Bankensektors bevorstehen.

Fitch sieht den nötigen Mittelaufwand zwischen 60 und 100 Milliarden Euro. Ein EU-Parlamentarier und Parteifreund von Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte von einer Summe von bis zu 100 Milliarden Euro gesprochen. Damit benötigt Spanien für die Sanierung seiner Banken möglicherweise erheblich mehr Geld als bislang angenommen.

Nach der Herabstufung dürfte es für die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone immer teurer und schwieriger werden, sich Geld von Investoren zu besorgen. Im April hatte bereits die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgestuft. Die Notenwächter von S&P hatten die Bonität von „A“ auf „BBB+“ gesenkt.

Bereits vor der Entscheidung der Ratingagentur hatte es für das südosteuropäische Land am Donnerstag keine Entwarnung am Anleihemarkt gegeben. Bei einer Auktion von Staatspapieren sammelte Spanien zwar 2,07 Milliarden Euro ein. Doch die Geldaufnahme wird immer teurer. Bei der Anleiheauktion verlangten die Investoren für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren Zinsen von 6,044 Prozent. Im April waren es noch 5,743 Prozent. Händler bezeichneten die Versteigerung dennoch als Erfolg und führten die sehr starke Nachfrage an.

Der spanische Finanzminister Cristóbal Montoro hatte Anfang der Woche erstmals offen eingeräumt, dass die Tür zum Kapitalmarkt beim aktuellen Renditeniveau praktisch geschlossen sei. Das heizte Spekulationen weiter an, Spanien müsse nach Irland, Portugal und Griechenland ebenfalls unter den europäischen Rettungsschirm flüchten.

Unterdessen warnte US-Notenbankchef Ben Bernanke vor den Gefahren der europäischen Schuldenkrise für die US-Wirtschaft. Die Lage in Europa stelle ein „signifikantes“ Risiko für das Finanzsystem und die Wirtschaft der USA dar, sagte Bernanke am Donnerstag zum Auftakt einer Kongressanhörung. Die Schieflage jenseits des Atlantiks verursache sogar größere Sorgen als eine mögliche Abschwächung des chinesischen Wachstums. Auch die US-Haushaltssituation bereite Kopfschmerzen.

dpa/sag

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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