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Deutschland / Welt Frankreich unterstützt Autobauer mit 6,5 Milliarden Euro
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Frankreich unterstützt Autobauer mit 6,5 Milliarden Euro
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18:48 09.02.2009
Renault-Generaldirektor Patrick Pelata beantwortet bei einer Pressekonferenz Fragen. Quelle: Eric Feferberg/afp
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Das gab der französische Staatschef Nicolas Sarkozy am Montag bekannt. Im Gegenzug verlange der Staat von den Unternehmen, ihre Fertigung nicht ins Ausland zu verlagern. Der Staat greife den Autobauern mit einem Fünf-Jahres-Darlehen von jeweils drei Milliarden Euro unter die Arme, damit sie sich „ruhig auf die Zukunft vorbereiten“ könnten, sagte Präsident Sarkozy nach einem Treffen mit den Topmanagern der französischen Autoindustrie in Paris. Eine weitere halbe Milliarde Euro geht an die inzwischen zu Volvo gehörende Lastwagensparte von Renault. Der Staat beteiligt sich zudem stärker am Kurzarbeitergeld. Im Gegenzug hätten sich die Autobauer verpflichtet, während der Dauer der Darlehen „keinen ihrer Standorte zu schließen und alles zu tun, um Kündigungen zu vermeiden“, sagte Sarkozy. Damit solle erreicht werden, dass die Krise einen Teil der französischen Industrie und des Fachwissens der Branche nicht zerstören könne.

Angesichts heftiger Proteste der tschechischen EU-Präsidentschaft verzichte Sarkozy laut der Zeitung „Le Monde“ aber auf seine Forderung, bereits nach Osteuropa verlagerte Standorte wieder nach Frankreich zurückzuholen.

Der französische Staat verlangt für die Milliardenkredite einen Zinssatz von sechs Prozent, anstatt der marktüblichen elf bis zwölf Prozent, wie Industriestaatssekretär Luc Chatel mitteilte. Laut der Zeitung „Le Figaro“ ist der Rettungsplan für die Autobauer auch wichtig, weil ihnen nach Vorlage ihrer Bilanzen in dieser Woche eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch Ratingagenturen drohe. Damit würden sich Darlehen für sie deutlich verteuern.

Der zweite Teil des Planes sieht eine stärkere Unterstützung der Zulieferer vor. Der bisherige Hilfsfonds von 300 Millionen Euro werde auf 600 Millionen Euro verdoppelt, sagte Sarkozy. Ziel ist es laut Medienberichten dabei auch, die Branche „nach deutschem Modell“ umzubauen und große Zulieferer zu schaffen.

Die Regierung hatte im Januar zunächst einen Betrag von fünf bis sechs Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im Dezember hatte Paris bereits eine Milliarde Euro zu ermäßigten Zinsen für die Finanzsparten der beiden Autobauer bereitgestellt. Zudem wurde eine Prämie von 1000 Euro eingeführt, wenn Neuwagenkäufer ihr altes Fahrzeug verschrotten und ein umweltfreundlicheres Auto kaufen.

Die Verschrottungsprämie hat im Januar den Rückgang der Verkaufszahlen zwar gebremst, aber gerade bei den französischen Herstellern keine Trendwende gebracht. Die Verkaufszahlen sanken insgesamt erneut um 7,9 Prozent, wobei Renault und Peugeot erneut zweistellige Rückgänge verbuchten. Dagegen hatten deutsche Marken wie Mercedes, Volkswagen und Audi teils kräftige Zuwächse verbucht.

afp