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Deutschland / Welt Für Porsche beginnt die VW-Ära
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Für Porsche beginnt die VW-Ära
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20:52 25.11.2009
Von Stefan Winter
Neues Bühnenbild für Winterkorn: Der VW-Chef ist jetzt auch für Porsche verantwortlich. Quelle: ddp
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Obwohl es noch rund zwei Jahre dauern dürfte, bis beide Unternehmen tatsächlich verschmolzen werden.

Winterkorn zeigte sich demonstrativ an der Seite von Michael Macht, der seit dem Abgang von Wendelin Wiedeking im Sommer für das Tagesgeschäft in Stuttgart verantwortlich ist und das auch bleiben soll.

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Der Konzernchef hat große Pläne: „Porsche wird neue Modelle auf den Markt bringen, weltweit wachsen und dabei weiterhin gutes Geld verdienen.“ Die Zahl der verkauften Autos soll bis 2012/13 auf 150 000 steigen. Im Ende Juli abgelaufenen Geschäftsjahr ist sie allerdings erst einmal um ein Viertel auf 75 000 geschrumpft.

Doch Winterkorn fehlt es nicht an Ideen für die Porsche-Palette: Ein Fahrzeug unterhalb des bislang kleinsten Modells Boxster sei denkbar, ein „kleiner Bruder“ für den Geländewagen Cayenne sowie ein zusätzliches Modell der Sportlimousine Panamera. Außerdem sollen beide Hersteller enger zusammenarbeiten. „Wir werden Wachstumspotenziale erschließen, erhebliche Synergien schaffen und dabei die Kosten deutlich senken“, erklärte Winterkorn. Der Zusammenschluss werde das Ergebnis im hohen dreistelligen Millionenbereich verbessern, sagte Macht.

Winterkorn betonte erneut die Eigenständigkeit der künftig zehnten Konzernmarke. „Wir werden Porsche so pflegen, dass ein Porsche ein Porsche bleibt“, sagte Winterkorn: „Als Schwabe, der Porsche seit Kindheit bewundert, habe ich höchsten Respekt davor, was die Porsche-Mannschaft leistet.“ Die geplante Verschmelzung 2011 erfordere aber auch weiterhin Disziplin, Kooperationsbereitschaft und harte Arbeit auf beiden Seiten, sagte Winterkorn mit Blick auf die zurückliegenden Grabenkämpfe zwischen Wolfsburg und Stuttgart. „Und auf diesem Weg gilt es sicherlich noch einige Hürden zu nehmen.“

Einen Vorgeschmack hat Winterkorn vor wenigen Tagen bekommen, als zwei VW-Aufsichtsratsmitglieder gegen die Fusionsverträge mit Porsche stimmten. Beschlossen wurden diese dennoch, und damit war der Weg frei für Winterkorn und den VW-Finanzchef Hans-Dieter Pötsch in den Vorstand der Porsche Automobil Holding SE. Bis es 2011 zur Fusion kommt, sind die beiden Manager mit ihren Doppelfunktionen die Konstanten in einem unübersichtlichen Konzerngeflecht. Nach dem Scheitern der Übernahme besitzt die Porsche SE immer noch 51 Prozent von VW und ist damit formal der Mutterkonzern – auch wenn sie faktisch bereits als Tochtergesellschaft geführt wird.