Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Weselsky macht Bahn für Streik verantwortlich
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Weselsky macht Bahn für Streik verantwortlich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:04 04.05.2015
Macht die Bahn für den GDL-Streik verantwortlich: Claus Weselsky, Chef der Lokführergewerkschaft GDL. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

In dem monatelangen Tarifkonflikt verhandele der Arbeitgeber, ohne ein Ergebnis zu wollen. Weselsky wies Kritik aus der Bundesregierung an dem Ausstand zurück, der im Personenverkehr in der Nacht zu Dienstag beginnen und sechs Tage dauern soll.

Zudem hat Weselsky eine Schlichtung abgelehnt. "Wir lassen nicht über Grundrechte schlichten", sagte Weselsky am Montag in Berlin. Die Bahn verlange immer wieder gleichlautende Tarifverträge für die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die GDL und somit die "Unterwerfung" der GDL unter die Tarifregelungen der EVG. Damit trete die Bahn die grundgesetzlich geschützten Rechte der Mitglieder seiner Gewerkschaft mit Füßen, sagte Weselsky.

Anzeige

Das Arbeitsgericht in Frankfurt am Main habe der GDL im November gerichtlich bescheinigt, dass sie das Recht zum Streik habe, sagte der Gewerkschaftschef. Er forderte die Bahn auf, die "Spaltung der Lokomotivführer" zu beenden. Für alle Lokführer müsse der einheitliche Flächentarifvertrag gelten - auch für sogenannte Lokrangierführer. Letztere seien eine "Erfindung der Bahn und der EVG", um "billiger zu produzieren", sagte Weselsky.

Er warf der Bahn zugleich vor, eine "Schmierenkomödie" aufzuführen. Die Bahnverantwortlichen wollten verhandeln, ohne aber zu einem Ergebnis kommen zu wollen, sagte Weselsky. Sie zögerten die Verhandlungen hinaus, bis der Bundestag im Sommer das Tarifeinheitsgesetz verabschiede. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung Konflikte lösen, die entstehen können, wenn mehrere Gewerkschaften innerhalb eines Betriebs Tarifverträge für ein und dieselbe Berufsgruppe aushandeln. Falls die Arbeitnehmerorganisationen sich nicht untereinander auf eine einheitliche Position einigen, soll notfalls unter Einbeziehung eines Notars die Gewerkschaft mit der größeren Mitgliederbasis ermittelt werden. Die von ihr ausgehandelte Regelung soll dann für alle gelten.

dpa/afp

Jens Heitmann 03.05.2015
03.05.2015