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Deutschland / Welt GDL streikt nun doch weiter
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt GDL streikt nun doch weiter
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16:54 07.05.2015
Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky. Quelle: dpa
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Frankfurt

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte einen vorzeitigen Abbruch des noch bis Sonntag geplanten Streiks bei der Deutschen Bahn erwogen. Weselsky hatte dem Radiosender hr-Info gesagt, dass am Nachmittag mitgeteilt würde, wie die Gewerkschaft den Bahn-Vorschlag bewerte.

Doch die Hoffnung auf eine Streikunterbrechung für Verhandlungen zerschlug sich schnell: Weselsky nannte das Angebot der Bahn „absolut ungenügend“. Den Vorschlag, den SPD-Politiker Matthias Platzeck als Vermittler einzusetzen, müsse die Gewerkschaft nicht kommentieren. 

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Weselsky sagte, es werde kein solches Verfahren geben, solange der Konzern seine Bedingung aufrechterhalte, dass es am Ende inhaltsgleiche Ergebnisse mit der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gibt. Dies sei ein Eingriff in die grundgesetzlich geschützte Koalitionsfreiheit, kritisierte der GDL-Chef. Grundsätzlich sie die GDL aber zu Gesprächen bereit, um über Lösungsansätze zu diskutieren.

Am Mittwoch hatte Bahnchef Rüdiger Grube vorgeschlagen, den SPD-Politiker Matthias Platzeck als Vermittler in dem festgefahrenen Tarifkonflikt einzusetzen. In einer ersten Reaktion hierauf hatte Weselsky den Vorschlag noch als "PR-Gag" abgetan, aber eine Prüfung zugesagt.

Achte Streikrunde

Die Lokführer bestreiken in der mittlerweile achten Welle den Zugbetrieb der Deutschen Bahn AG.  Seit Montag ist der bundesweite Güterverkehr betroffen, am Dienstag waren auch die Personenzüge hinzugekommen. Die GDL will Tarifverträge auch für diejenigen Mitglieder erkämpfen, die nicht zur Gruppe der Lokführer gehören. Damit begibt sie sich in Konkurrenz zur größeren Verkehrsgewerkschaft EVG.

In den komplizierten Verhandlungen will die Bahn inhaltsgleiche Vereinbarungen mit beiden Gewerkschaften durchsetzen. Im Personenverkehr rollte am Mittwoch nach dem Sonderfahrplan der Bahn knapp jeder dritte Fernzug, in den Regionen schwankte das Angebot nach Unternehmensangaben zwischen rund 15 Prozent des üblichen Angebots im Osten und bis zu zwei Dritteln im Westen. Ein ähnlicher Ersatzfahrplan ist auch für Donnerstag geplant.

dpa