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Deutschland / Welt GDL zögert bei neuer Streikankündigung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt GDL zögert bei neuer Streikankündigung
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15:24 04.11.2014
Die Lokführer wollen wieder streiken. Doch wann? Die GDL hält sich vorerst bedeckt.
Die Lokführer wollen wieder streiken. Doch wann? Die GDL hält sich vorerst bedeckt. Quelle: dpa
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Berlin

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky versprach am Montagabend in ARD und ZDF, die Fahrgäste würden so rechtzeitig informiert, dass sie bei Zugausfällen noch Alternativen finden könnten.

Einen Zeitraum wollte der Gewerkschaftschef aber nicht nennen. Den Vorwurf, den Bahnkunden zuletzt nur wenige Stunden Vorlauf gegeben zu haben, wies er zurück: "Wir haben immer so rechtzeitig informiert, dass die Reisenden sich darauf einstellen konnten", sagte Weselsky in den ARD-"Tagesthemen".

Nach dem Scheitern der Tarifgespräche mit der Bahn hatte die GDL am Montag weitere Arbeitskämpfe angekündigt. Hauptstreitpunkt ist die Forderung der GDL, nicht nur für Lokführer, sondern auch für andere Berufsgruppen Tarifverträge aushandeln zu dürfen.

Nach Darstellung der Bahn war eine Vereinbarung, wonach die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag für Zugbegleiter erhalten sollte, fast unterschriftsreif. Die GDL-Spitzengremien lehnten den Vorschlag jedoch ab. Die Gewerkschaft argumentierte, der Tarifvertrag hätte ihr nur eine Scheinzuständigkeit für die Zugbegleiter gegeben.

Der Fahrgastverband Pro Bahn übte scharfe Kritik an den neuen Streikplänen der GDL. "Die Fahrgäste haben immer weniger Verständnis für die Lokführer", sagte Pro-Bahn-Sprecher Gerd Aschoff der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Dienstag). "Die Fahrgäste sind die Hauptleidtragenden der Streiks." Der Arbeitskampf werde die Bahn überdies auf lange Sicht schädigen: "Es besteht die Gefahr, dass die Bahn dauerhaft Kunden an den Fernbusverkehr verliert." Auch im Güterverkehr drohe ein Umsatzverlust, weil die Logistikbranche ihre auf Lkw umgestellten Transporte nicht so einfach wieder ändern werde. "Die GDL sägt am eigenen Ast", warnte Aschoff.

dpa

Carola Böse-Fischer 03.11.2014