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Deutschland / Welt Geflügel wird bis zu 20 Prozent teurer
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Geflügel wird bis zu 20 Prozent teurer
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16:31 10.02.2011
Auf Preissteigerungen bis zu 20 Prozent müssen sich Verbraucher bei Geflügelprodukten einstellen.
Auf Preissteigerungen bis zu 20 Prozent müssen sich Verbraucher bei Geflügelprodukten einstellen. Quelle: dpa
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Grillhähnchen, Geflügelwurst und Putengeschnetzeltes werden demnächst deutlich teurer. Die Verbraucher müssten sich auf Preissteigerungen von 15 bis 20 Prozent im Handel einstellen, sagte Peter Wesjohann, Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Hähnchenproduzenten PHW („Wiesenhof“), am Donnerstag in Hamburg. Grund seien stark steigende Rohstoff-, Verpackungs- und Energiepreise.

Rund zwei Drittel der Produktionskosten für ein Hähnchen entfielen auf Futtermittel, die sich um 50 Prozent und mehr verteuert hätten. Wie die genauen Preisveränderungen aussehen, liegt in den Händen des Handels. Ein Hähnchen kostet im Supermarkt oft 2,99 oder 3,99 Euro. 20 Prozent mehr wären 60 bis 80 Cent.

Die PHW-Gruppe aus dem niedersächsischen Rechterfeld steigerte ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr (30.6.) um 3,2 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen gehört mit rund 5200 Beschäftigten zu den großen Spielern auf dem deutschen Agrarmarkt. Wesjohann wies die Kritik an den Produktionsmethoden der deutschen Landwirtschaft nach dem jüngsten Dioxin-Skandal zurück. „Das macht uns schon Sorgen“, sagt er. „Da wird eine Bauernhof-Romantik gefordert, die es so nie gegeben hat.“ Die Wortwahl der Kritiker sei verantwortungslos, weil sie nicht der Realität entspreche.

Insgesamt greifen die Verbraucher in Deutschland immer öfter zu Huhn, Pute und Ente. Pro Kopf und Jahr verzehren sie 19 Kilogramm Geflügel, das sind vier Kilogramm oder 28 Prozent mehr als vor 14 Jahren. Allerdings liegen viele europäische Staaten und die USA deutlich darüber. Zum Vergleich: Der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch in Deutschland liegt mit mehr als 54 Kilogramm fast dreimal so hoch. Wegen der bevorstehenden Preiserhöhungen ist Wesjohann für die nähere Zukunft nicht besonders optimistisch; er erwartet allenfalls ein leichtes Wachstum.

Einen Boom für Bio-Hähnchen konnte die Dioxin-Debatte nicht auslösen. Die PHW-Gruppe verkaufte während der öffentlichen Diskussion 7000 statt 6000 Bio-Hähnchen pro Woche. Das ist ein winziger Bruchteil des Marktes, nur wenige Promille. Grund: Bio-Hähnchen sind dreimal so teuer wie konventionelle Ware.

dpa