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Deutschland / Welt General Motors braucht bis zu 30 Milliarden Dollar
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt General Motors braucht bis zu 30 Milliarden Dollar
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07:33 18.02.2009
Geht die Sonne auf oder unter für Opel? Quelle: Oliver Berg/dpa
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In einem am Dienstag in Washington vorgelegten Sanierungskonzept bat GM um weitere Milliardenkredite und kündigte die Streichung von weltweit 47.000 Stellen an. Eine Entscheidung über die deutsche Tochter Opel steht laut GM noch aus.

Die 30 Milliarden Dollar (etwa 23,7 Milliarden Euro) seien der schlimmste Fall, legte GM in seinem Sanierungsplan für das US-Finanzministerium dar. Bei einer weniger schlechten wirtschaftlichen Entwicklung würden nur 22,5 Milliarden Dollar benötigt. Zur Überbrückung bis 2011 will das Unternehmen den Angaben zufolge weitere 16,6 Milliarden Dollar staatlicher Hilfen beantragen. General Motors hatte bereits zwei staatliche Überbrückungskredite von 9,4 Milliarden Dollar und vier Milliarden Dollar erhalten, um einen Zusammenbruch abzuwenden.

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In der Frage möglicher Werksschließungen oder Veräußerungen bei der deutschen Tochter Opel legte sich GM noch nicht fest. Das Sanierungsprogramm könne „mehrere mögliche Schließungen/Verkäufe von Produktionsstätten an Standorten mit hohen Kosten“ in Europa beinhalten, hieß es in dem Dokument ohne weitere Details. Der Konzern machte klar, dass er auf staatliche Hilfe auch von den Regierungen ausländischer Standorte setze. Er hoffe dabei auf sechs Milliarden Dollar in Deutschland, Kanada, Großbritannien, Schweden und Thailand, „um die Liquidität speziell für die Produktion in diesen Ländern sicherzustellen“.

GM stehe dabei „in Diskussionen mit der deutschen Regierung“, heißt es in dem 117-seitigen Sanierungskonzept. „Eine nachhaltige Strategie für das Europageschäft von GM könnte eine Partnerschaft mit der deutschen Regierung und/oder anderen europäischen Regierungen beinhalten“. In den Jahren 2009 und 2010 müssten in Europa noch weitere Verluste überbrückt werden, ab 2011 würden „positive finanzielle Resultate“ erwartet. Der Autokonzern kündigte an, dass eine Entscheidung bald bevorstehe: „Das Unternehmen erwartet, die Solvenzfragen seines Europageschäfts vor dem 31. März 2009 zu lösen.“

Besonders dringlich ist die Lage bei der schwedischen GM-Tochter Saab. Diese könnte schon in diesem Monat pleite gehen, sollte die schwedische Regierung das Unternehmen nicht unterstützen, teilte GM mit. Ziel sei eine Abspaltung von Saab, das bei einer Unterstützung durch die schwedische Regierung zum 1. Januar 2010 ein unabhängiges Unternehmen sein könne. Unterdessen kündigte die Regierung in Stockholm an, Saab werde ein Darlehen bei der Europäischen Investitionsbank beantragen.

GM-Chef Rick Wagoner sagte auf einer Pressekonferenz, sein Konzern könne bei einer Umsetzung des Sanierungskonzepts binnen 24 Monaten „nachhaltige Profitabilität“ erreichen. „Das ist es, was wir tun müssen, um die gegenwärtige Krise der Branche zu überleben“, sagte Wagoner.

Auch der Autokonzern Chrysler legte dem Finanzministerium am Dienstag ein Sanierungskonzept vor. Die bereits erhaltene Notfallhilfe in Höhe von vier Milliarden Dollar reiche nicht aus, um das Überleben des Konzerns zu sichern, es würde weitere fünf Milliarden Dollar benötigt, hieß es darin. Neben seinen bereits verkündeten Restrukturierungen will das Unternehmen in diesem Jahr seine Fixkosten um weitere 700 Millionen Dollar senken, 3000 weitere Arbeitsplätze abbauen sowie seine Produktionskapazitäten um 100.000 Fahrzeuge zurückfahren.

Die US-Regierung sagte eine gründliche Prüfung der Sanierungspläne zu, von denen sie ihre bis zum 31. März erwartete Entscheidung über weitere Hilfszahlungen abhängig machen will. Präsidentensprecher Robert Gibbs machte klar, dass die Regierung weitere Forderungen stellen werde. „Wir werden von allen Beteiligten mehr erwarten, um das Überleben dieser Konzerne sicherzustellen“, erklärte Gibbs. Ausdrücklich nannte er dabei Gläubiger, Manager, Gewerkschaften, Zulieferer und Händler.

afp