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Deutschland / Welt General Motors hat wieder Oberwasser
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt General Motors hat wieder Oberwasser
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21:23 25.08.2009
Von Stefan Winter
Der Appell an Angela Merkel stammt vom März. Aus Sicht der Opel-Belegschaft gilt er mehr denn je. Quelle: ddp
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Der eilig in Berlin einbestellte Unterhändler John Smith soll am Dienstag zwar die Verkaufspläne bekräftigt haben, berichtete die Bundesregierung nach dem Treffen. Aber der Konzern schweigt.

In Detroit spüre man im Moment Oberwasser, sagt ein Kenner des Konzerns. Das Insolvenzverfahren hat einige schwere Lasten im Schnelldurchgang beseitigt. So hat die Gewerkschaft UAW auf Forderungen an die konzerneigene Gesundheitsversorgung verzichtet und bekam dafür 17,5 Prozent Anteile an der „New GM“. Insgesamt schrumpften die Schulden nach Konzernangaben um 40 Milliarden Dollar. Bis Ende nächsten Jahres werden 13 Werke geschlossen, allein in den USA müssen innerhalb eines Jahres 30.000 Mitarbeiter gehen.

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Gleichzeitig bringt das operative Geschäft winzige Hoffnungsschimmer. Der Juli brachte in den USA das beste Verkaufsergebnis seit zehn Monaten. Es seien sogar ein paar zusätzliche Leute beschäftigt worden, meldete der Konzern, man sei dem eigenen Sanierungsplan voraus. Das ist nicht zuletzt der amerikanischen Abwrackprämie zu verdanken, die im August wohl noch ein letztes Mal wirken wird.

Mittlerweile glaubt man in Detroit, die Staatshilfen früher als geplant zurückzahlen zu können. Damit könnte sich auch der amerikanische Staat wieder zurückziehen, dem im Moment 61 Prozent des Konzerns gehören. Von deutschen Forderungen, sich in Sachen Opel-Verkauf zu engagieren, will Präsident Barack Obama nichts wissen: Das Tagesgeschäft sei Sache der Manager, erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses.

Allerdings würden die Manager wohl bald wieder im Weißen Haus anklopfen, wenn sie Opel tatsächlich behalten wollten. Denn trotz erster Lichtblicke ist der Konzern meilenweit davon entfernt, die insgesamt 4,5 Milliarden Euro, die Opel mittelfristig braucht, aus eigener Kraft zu finanzieren. Es wäre wohl eine weitere Kapitalspritze der Regierung nötig, und mancher Beobachter in Deutschland glaubt, dass es die geben werde.

Spekuliert wird aber auch wieder über eine „Rückkehr zum Start“: Wenn GM Magna nicht haben will und die Bundesregierung den Finanzinvestor RHJ ablehnt, könnte wieder Fiat ins Spiel kommen. Zwar hat der Opel-Betriebsrat die Italiener bisher abgelehnt, aber auch dessen Möglichkeiten, Wunschlösungen durchzusetzen, schwinden langsam. Die Italiener waren die ersten ernsthaften Bieter für Opel - aber dann auch die ersten, die sich verabschiedeten. Sein Interesse hat Konzernchef Sergio Marchionne dennoch immer wieder betont. Auch Fiat gilt in der Autobranche als schwacher Partner - für viele aber als der einzig sinnvolle.

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