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Deutschland / Welt Gesetz soll Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen verringern
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Gesetz soll Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen verringern
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16:22 09.09.2009
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD). Quelle: ddp
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Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) will die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen mit einem Gesetz verringern. Firmen sollen zu Auskünften über die Einkommen der Mitarbeiter verpflichtet werden können, wie aus dem am Mittwoch vorgelegten Gesetzentwurf hervorgeht. Demnach sollen Betriebsrat und Antidiskriminierungsstelle des Bundes das Recht bekommen, bei Arbeitgebern eine Aufstellung der Löhne und Gehälter der Firmenmitarbeiter einzufordern, um gleicher Einkommen durchzusetzen.

Das Verfahren solle geschlechtstypische Einkommensunterschiede aufzeigen. Zudem würden Arbeitgeber mit dem Gesetz verpflichtet, die Ergebnisse des Lohnvergleichs zu veröffentlichten. Zeige die Untersuchung Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern auf, bekämen Männer oder Frauen das Recht auf Information über die Höhe und Zusammensetzung der Einkommen der Kollegen des anderen Geschlechts, die eine gleiche oder gleichwertige Tätigkeit ausübten.

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Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) begrüßte die Initiative von Scholz. Das Familienministerium habe jedoch bereits im Frühjahr ein Pilot-Programm zur Bekämpfung der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen vorgestellt, an dem rund 200 Unternehmen teilnehmen. Jene Firmen seien sich bewusst, dass sie auf gut ausgebildete Mitarbeiterinnen angewiesen seien, um dem drohenden Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken, erklärte von der Leyen.

Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen in der Privatwirtschaft in Deutschland fast ein Viertel weniger als Männer. Grund für den niedrigeren Verdienst ist demnach, dass Frauen öfter schlecht bezahlte Berufe ausüben und seltener in Führungsjobs aufsteigen.

afp