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21:02 15.04.2015
Foto: Nummer sechs macht seine Erfinder sichtlich stolz: VWN-Chef Eckhard Scholz (li.), Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Rothenpieler (re.) und Chefdesigner Albert-Johann Kirzinger zeigen neuen VW-Bus (T6), der künftig in Stöcken vom Band rollt.
Nummer sechs macht seine Erfinder sichtlich stolz: VWN-Chef Eckhard Scholz (li.), Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Rothenpieler (re.) und Chefdesigner Albert-Johann Kirzinger zeigen neuen VW-Bus (T6), der künftig in Stöcken vom Band rollt.  Quelle: Volkswagen
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Amsterdam

Er ist so etwas wie der Ferdinand Piëch unter den VW-Modellen. Bislang hat er noch immer alle anderen im Konzern überlebt. Seit 65 Jahren verkauft der Konzern jetzt schon den Transporter, mehr als 12  Millionen Fahrzeuge haben in der Zeit die Bänder verlassen, das Gros davon in Hannover. Gut 13 Jahre ist im Schnitt jede Generation auf dem Markt, etwa doppelt so lang wie ein Pkw-Modell. Gestern Abend feierte in Amsterdam die sechste Generation Premiere. Es wird die mit der kürzesten Lebenszeit sein.

VW stellt die sechste Generation des Transporters vor: Das ist der T6.

Mit dem neuen Modell, das demnächst vorbestellt werden kann, wollen die Hannoveraner die Konkurrenz rund um Daimler und Co. auf Distanz halten, die zuletzt mit neuen Modellen im Transporter-Segment aufgerüstet hatte. Darauf antwortet VWN unter anderem mit einer aggressiveren Preispolitik. Der bei Familien beliebte Multivan sei bereits für unter 30.000 Euro zu bekommen.

Der Wagen selbst ist kantiger und gradliniger geworden – ganz so, wie es dem aktuellen Konzerndesign entspricht. Dafür dürfen die Hannoveraner bei den Motoren erstmals Sonderwege gehen. Für den T6 wurde eigens eine neues TDI-Aggregat entwickelt, das intern „EA288 Nutz“ genannt wird. Der Zwei-Liter-Diesel ist in Varianten von 84 bis 204 PS zu haben. Alle Fahrzeuge erhalten künftig zudem eine Start-Stopp-Technologie, schalten sich also an der roten Ampel ab. So erreiche man über die gesamte Flotte Kraftstoffeinsparungen von 15  Prozent, verspricht VWN. Damit erfüllt die neue Generation die verschärfte EU-Abgasnorm Euro 6 – vor allem für Fahrzeuge im gewerblichen Einsatz ist das ein wichtiges Kaufkriterium. Mit der sechsten Generation sei es der Marke „bestens gelungen“, ein zuverlässiges, variables und individuelles Fahrzeug zu entwickeln, lobte Scholz.

Und doch ist dieser T6 eine Art Übergangsmodell. Die nächste Generation ist schon in Vorbereitung, sie könnte bereits in gut sechs Jahren auf den Markt kommen, heißt es. Hier werden die Veränderungen weitaus gravierender sein, wenngleich das nicht für das Auto selbst gelten wird. Künftig sollen Transporter und Crafter sich möglichst viele Komponenten teilen, bekommen quasi nach dem Beispiel der Pkw-Marken einen eigenen Baukasten. Gleichzeitig wird mit der siebten Generation die Fertigung in Hannover stärker automatisiert und digitalisiert.     

Katar geht auf Distanz

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn muss wohl einen Rückschlag im Machtkampf mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch hinnehmen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, ist Großaktionär Katar zwar nicht begeistert von Piëchs Alleingang, der Winterkorn sein Vertrauen entzogen hatte.

Allerdings sieht Katar den angeschlagenen Konzernchef auf verlorenem Posten. Für den Großaktionär mit 17 Prozent der Stimmrechte stehe fest, dass Winterkorn nur schwer zu halten sein werde, nachdem er bei Piëch „in Ungnade gefallen ist“, heißt es in dem Bericht.

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