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Deutschland / Welt Getreidepreise klettern immer weiter
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Getreidepreise klettern immer weiter
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22:03 18.07.2012
Von Carola Böse-Fischer
Die Ernte hat begonnen, jedoch können die Landwirte vielerorts wegen der Nässe das Getreide nicht von den Feldern holen. Quelle: dpa
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Hannover

 Nur noch gut 30 Prozent der Mais- und 34 Prozent der Sojapflanzen erreichen nach Angaben des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums eine gute bis sehr gute Qualität. Das verschlechtert die Angebotsaussichten und treibt die Preise an den Agrarbörsen weiter in die Höhe. An der Pariser Matif wird die Tonne Weizen jetzt mit 264 Euro gehandelt, wie Konrad Weiterer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft des privaten Agrargewerbes (agw) in Niedersachsen am Mittwoch berichtete. Vor gut einer Woche waren es 244 Euro und im Juni noch gut 200 Euro.

Da die Erzeugerpreise um rund 20 Euro unter der Börsennotierung liegen, erlösen die Bauern laut Weiterer etwa 244 Euro für eine Tonne Weizen, verglichen mit 170 Euro zu Beginn der Ernte 2011. Kein Wunder, dass sich immer Landwirte die hohen Preise durch Vorverträge sichern wollen, wie Weiterer erklärt. In den vergangenen Tagen hätten viele Bauern in Niedersachsen noch schnell Kontrakte abgeschlossen. Damit sei knapp ein Drittel der neuen Ernte schon verkauft.

Ein Risiko bleibt den Landwirten allerdings erhalten. Sollte der Regen andauern und die Qualität dadurch so leiden, dass etwa der Weizen nur noch als Futtergetreide vermarktet werden kann, geht das zu ihren Lasten, wie der agw-Chef sagt, der im Hauptberuf Sprecher der Geschäftsführung des Landhändlers Weiterer in Algermissen ist.

Deshalb hoffen die Bauern auf trocknes Wetter. In vielen Regionen Deutschlands ist wegen des Regens die Ernte unterbrochen, wie der Deutsche Bauernverband mitteilte. Vielerorts könnten die Felder wegen der Nässe nicht befahren werden. Auch die Ernte von Frühkartoffeln sei ins Stocken geraten. Angesichts der widrigen Wetterbedingungen erwartet der Bauernverband nur eine „unterdurchschnittliche Ernte auf dem niedrigen Vorjahresniveau“. 2011 holten die Landwirte 41,4 Millionen Tonnen von den Feldern. Für Niedersachsen schätzt die agw die Getreideernte auf 5,2 Millionen Tonnen, 2011 waren es 5,3 Millionen.

18.07.2012