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Deutschland / Welt Getreidepreise klettern wieder
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Getreidepreise klettern wieder
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20:38 10.04.2011
Von Carola Böse-Fischer
Getreide aus der Ernte vom vorigen Jahr wird knapp, und bis zur neuen dauert es noch rund vier Monate. Quelle: Uwe Dillenberg
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Nach dem Preishoch im Februar von 275 Euro für die Tonne Weizen waren die Preise im März bis auf 190 Euro zurückgefallen. Dadurch wurden auch Lebensmittel weltweit etwas billiger.

Inzwischen hat die Weizennotierung an der Pariser Agrarbörse Matif aber schon wieder 220 Euro je Tonne erreicht, wie Konrad Weiterer, Sprecher der Geschäftsführung des gleichnamigen Landhandelsunternehmens in Algermissen, berichtet. Auch der Rapspreis sei von rund 390 Euro je Tonne im März wieder auf mehr als 440 Euro hochgeschossen.

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Auslöser des Preisabsturzes sind laut Weiterer vor allem die Unruhen in Nordafrika gewesen. Insbesondere Ägypten, der weltweit größte Weizeneinkäufer, habe wegen des Umsturzes die Importe unter anderem aus der EU gestoppt. Jetzt habe sich die Lage im Land etwas beruhigt, und die Getreidelieferungen seien wieder in Gang gekommen.

Hierzulande wird Ware aus der alten Ernte knapp, weil sie praktisch vollständig verkauft ist und die Lager geleert sind, wie der Getreideexperte erklärt. Das gelte insbesondere für Brotweizen. Und bis zur neuen Ernte dauert es noch etwa vier Monate. Das dürfte nach Ansicht Weiterers den Preisauftrieb eher weiter anheizen.

Viele Landwirte haben sich – anders als in den Vorjahren – auf die zunehmenden Preisschwankungen an den Agrarmärkten eingestellt. So nutzten sie die steigenden Getreidepreise Anfang des Jahres, um schon etwa ein Fünftel ihrer neuen Ernte über Vorverträge mit dem Landhandel oder den Genossenschaften zu verkaufen. Als die Preise dann sanken, hielten sie sich erst einmal klug zurück, wie Weiterer sagt. Jetzt stiegen sie wieder verstärkt in das Kontraktgeschäft ein. Verglichen mit den Weizenpreisen im April 2010 von rund 150 Euro sei derzeit eine „gute Marge drin“, und die Landwirte seien auf der sicheren Seite.

Marktbeobachter erwarten für die neue Saison weltweit eine höhere Getreideernte als im vergangenen Jahr. Allein für Weizen gehen die Schätzungen von 678 Millionen Tonnen aus, 2010 waren 647 Millionen Tonnen geerntet worden. In der EU wird demnach insgesamt eine Getreideernte von 284 Millionen Tonnen erwartet, verglichen mit 275 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Auf Deutschland entfielen davon geschätzte knapp 45 Millionen Tonnen, nach 43,7 Millionen Tonnen 2010. Käme es tatsächlich so wie vorhergesagt, könnten die Lager wieder etwas aufgefüllt werden, sagt Weiterer. Das hätte einen preisdämpfenden Effekt.

Jedoch könnten die Prognosen schnell zu Makulatur werden – wenn das Wetter nicht mitspielt. „Dann ist bei den Preisen ganz viel Luft nach oben.“