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Deutschland / Welt Getreidepreise werden weiter steigen
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16:35 16.10.2012
Silomeister Jens Werner steht neben einem Getreidesilo der Agravis GmbH in Bockenem (Landkreis Hildesheim) und zeigt Weizenkörner. Der Konzern rechnet mit weiter steigenden Getreidepreisen. Quelle: Archiv dpa
Berlin

Höhere Investitionen in die Landwirtschaft von Entwicklungsländern sind für den Deutschen Bauernverband das Mittel der Wahl im Kampf gegen den Hunger. „Eine effiziente und nachhaltige Landwirtschaft ist der Schlüssel, um das Recht auf Nahrung weltweit einzulösen“, erklärte der Verband zum Welternährungstag am Dienstag. Höhere Preise für Agrarprodukte seien für Bauern in Entwicklungsländern ein notwendiger Anreiz zur Investition. Der Verband räumte jedoch ein, dass die steigenden Weltmarktpreise für Stadtbewohner in den fraglichen Ländern eine Belastung darstellten.

Die Landwirtschaft könne auch ein Motor für weitere wirtschaftliche Entwicklung sein, argumentierte die Bauernvertretung. Dafür bräuchten die Landwirten jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen.
Nach Angaben der Welternährungsorganisation sind weltweit rund 870 Millionen Menschen chronisch unterernährt. „Viele Menschen - vor allem in den Entwicklungsländern - können sich ausreichende Nahrung nicht mehr leisten“, kritisierten die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, und der Bundestagsabgeordnete Thilo Hoppe, in einer Mitteilung.

Erntemengen sind weltweit knapp

Europas zweitgrößter Agrarhändler Agravis rechnet angesichts weltweit knapper Erntemengen und spekulationsanfälliger Märkte mit weiter steigenden Preisen. Die Lage auf den Weltmärkten spitze sich zu, sagte Agravis-Manager Jens Ripken. „Der Verbrauch bleibt höher als die Produktion“, sagte er in Hannover. Dass es nicht gelinge, die global verfügbaren Getreidebestände auszuweiten, sei kritisch. Für die Saison 2012/2013 sei insgesamt mit einem Weizenverbrauch von 681 Millionen Tonnen zu rechnen, während die Produktion nur bei 659 Millionen Tonnen liege dürfte.

Zudem hätten Spekulanten das Agrargeschäft im Griff. „Für sie sind landwirtschaftliche Rohstoffmärkte weiter attraktiv“, meinte Ripken. Der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, forderte eine stärkere Regulierung von Hedgefonds, die häufig auch mit Agrarzertifikaten und Termingeschäften in der Landwirtschaft Gewinne erzielen wollten. „Wir haben Märkte ohne Moral. Die Preise für Nahrung werden schwanken und insgesamt nach oben gehen.“

Auch Deutschland musste im vergangenen Jahr für Getreideimporte mehr bezahlen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag zahlten Importeure im vergangenen Jahr 2,4 Milliarden Euro für Weizen, Roggen und Gerste - gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. Dabei nahm die eingeführte Menge nur leicht von rund 8,6 Millionen Tonnen auf rund 8,9 Millionen Tonnen zu.

Mehr als ein Zehntel der Weltbevölkerung hungert

Über den besten Weg im Kampf gegen den Hunger herrscht in der Politik aber Uneinigkeit. Während die Grünen betonten, industrielle Landwirtschaft sei „Teil des Problems“, appellierte der FDP-Politiker Hans-Michael Goldmann: „Verschließen wir uns nicht vor den Chancen neuer Technologien in der Landwirtschaft.“

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) verwies im Deutschlandradio Kultur darauf, dass der Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung in 20 Jahren von rund 18 auf 12 Prozent gesunken sei. „Strukturelle Veränderungen brauchen Zeit und sie brauchen Geduld, auch von denjenigen, die schnelle Erfolge einfordern.“

dpa

Wenige Tage nach der Abwertung der Kreditwürdigkeit Spaniens hat die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) auch einige Banken des Landes herabgestuft. Zu den betroffenen Instituten zählen die Branchengrößen Santander und BBVA, wie S&P am Dienstag mitteilte.

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