Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Griechenland muss Bücher öffnen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Griechenland muss Bücher öffnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:48 10.03.2015
Nach lautstarkem Konflikt mit den Geldgebern muss die neue Links-Rechts-Regierung in Griechenland ihre Finanzlage offenlegen. Quelle: Oliver Berg
Anzeige
Brüssel

Die Geldgeber wollen zudem „technische Teams“ nach Athen entsenden.

Den Kreditgebern fehlt nach dem Machtwechsel in Athen Ende Januar ein Überblick über die anspannte Finanzlage in dem Land. Finanzminister Gianis Varoufakis sicherte eine umfassende Zusammenarbeit zu. „Wir werden uns bemühen, alles Nötige zu tun, um die Institutionen mit den Informationen zu versorgen, die sie brauchen“, sagte er. „Wir werden ihnen (den Geldgeber-Institutionen) vollen Zugang zu Beamten geben, mit denen sie sprechen müssen.“

Anzeige

Der französische Ressortchef Michel Sapin machte deutlich, dass er nach wochenlangen Ankündigungen von Reformen und neuen Ideen nun konkrete Ergebnisse erwarte. „In einem bestimmten Augenblick reichen keine Erklärungen oder Absichten mehr, und noch weniger Slogans“, sagte er. Nötig seien hingegen Zahlen und Daten.

Vor zwei Wochen hatte die Eurogruppe eine von Athen vorgelegte Reformliste als erste Grundlage für weitere Milliardenkredite akzeptiert. Seither warten die Partner auf Präzisierungen. Varoufakis hatte einen neuen Brief mit Vorschlägen für Reformen und höhere Einnahmen geschickt - das Schreiben wurde in Brüssel aber als unzureichend bewertet.

Ziel von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem ist es, die Überprüfung des schon zweimal verlängerten Hilfsprogramms bis Ende April abzuschließen. Vorher kann kein frisches Geld fließen.

Beim Treffen aller 28 EU-Finanzminister am Dienstag steht Griechenland zwar nicht auf der Tagesordnung, dürfte aber am Rande zur Sprache kommen. Die Ressortchefs wollen den Plan der EU-Kommission absegnen, wonach Frankreich zwei Jahre mehr - und damit bis 2017 - Zeit zum Sparen bekommen soll. Paris sicherte dafür zusätzliche Einsparungen von vier Milliarden Euro für das laufende Jahr zu.

Die Ressortchefs wollen zudem die geplante milliardenschwere Wachstumsinitiative zur Ankurbelung der europäischen Wirtschaft billigen. Das Vorzeigevorhaben von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker soll Investitionen im Umfang von 315 Milliarden Euro anschieben. Das Europaparlament muss ebenfalls noch zustimmen.

dpa

Mehr zum Thema

Ungeachtet gegenseitiger Vorwürfe wollen Griechenland und die Geldgeber wieder miteinander sprechen. Die frühere "Troika" will die Basis für weitere Milliardenzahlungen schaffen. Es gibt noch viel Arbeit.

09.03.2015

Vor gut zwei Wochen hieß es: Schuldenstreit mit Griechenland beigelegt. Nun flammt die Debatte wieder auf. Die internationalen Partner mahnen Athen, sich an Regeln und Vereinbarungen zu halten. Weil Milliarden in der Kasse fehlen, wird es für die Griechen eng.

09.03.2015

Für die Griechen wird es eng. Weil noch für März eine Staatspleite droht, klammert sich Athen an einen Notfallplan. Knapp zwei Wochen nach der bewilligten Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland zieht die EZB vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag klare Grenzen.

08.03.2015
09.03.2015
08.03.2015
Lars Ruzic 08.03.2015