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Deutschland / Welt Griechenland nimmt mit zwei neuen Anleihen 1,56 Milliarden Euro ein
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Griechenland nimmt mit zwei neuen Anleihen 1,56 Milliarden Euro ein
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18:03 13.04.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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Das Interesse der Investoren an den beiden Papieren habe über dem Angebot gelegen, teilte die Schuldenverwaltung in Athen mit. Griechenland muss jedoch trotz der EU-Zusagen weiter hohe Zinsen für das geliehene Geld zahlen.

Eine der beiden Staatsanleihen hat eine Laufzeit von sechs Monaten; Käufern des Papiers zahlt der griechische Staat 4,55 Prozent Zinsen, wie die Schuldenverwaltung mitteilte. Das andere Papier mit einer Laufzeit von einem Jahr wird demnach mit 4,85 Prozent verzinst. Für das Sechs-Monats-Papier gab es Angebote in Höhe von 4,6 Milliarden Euro, für das Ein-Jahres-Papier in Höhe von 3,9 Milliarden Euro. Athen gab laut Schuldenverwaltung beide Anleihen im Volumen von je 780 Millionen Euro aus.

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Die EU hatte sich am Sonntag auf die Details des bereits vom EU-Gipfel beschlossenen möglichen Hilfspakets geeinigt und ist bereit, Griechenland 30 Milliarden Euro zu einem Zinssatz zu leihen, der deutlich unter den derzeitigen Marktpeisen liegt. Am Montag hatte sich daraufhin der Euro-Kurs stabilisiert; zugleich sank die Risikoprämie für griechische Staatsanleihen. Griechenland ist mit insgesamt mehr als 300 Milliarden Euro verschuldet, dieses Jahr braucht der Staat 54 Milliarden Euro.

Mit den nun erzielten Einnahmen von 1,56 Milliarden Euro übertraf die griechische Regierung das zuvor gesetzte Ziel, sich am Markt 1,2 Milliarden Euro zu leihen. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sagte vor dem Parlament, die Ausgabe der Anleihen habe gezeigt, dass sich Griechenland sich „ohne Probleme“ Geld leihen könne.

Das Land muss jedoch noch immer hohe Zinssätze für das geliehene Geld bezahlen. Zwar liegt der nun für die Anleihen festgelegte Zinssatz deutlich unter den zuvor von Griechenland auf dem Kreditmarkt verlangten Quoten. Im Januar hatte das südosteuropäische Land jedoch Staatsanleihen mit Laufzeiten von sechs und zwölf Monaten bei Zinssätzen von lediglich 1,38 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent ausgegeben.

Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou bezeichnete den EU-Notfallplan am Dienstag bei einer Kabinettssitzung als „Sicherheitsnetz“, das es der Regierung erlaube, in Ruhe ihre Arbeit gegen die Krise fortzusetzen. Die Minister seiner Regierung rief Papandreou auf, sich mit Kommentaren über die wirtschaftliche Lage Griechenlands zurückzuhalten.

afp

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