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Deutschland / Welt Großbritannien sträubt sich gegen Boni-Deckelung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Großbritannien sträubt sich gegen Boni-Deckelung
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13:30 05.03.2013
Der britische Finanzminister George Osborne unterstützt den europäischen Kompromiss zur Begrenzung von Banker-Boni nicht.
Der britische Finanzminister George Osborne unterstützt den europäischen Kompromiss zur Begrenzung von Banker-Boni nicht. Quelle: dpa
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Brüssel

Bei der europäischen Begrenzung von Banker-Boni tritt Großbritannien auf die Bremse. „Ich kann den Vorschlag, der auf dem Tisch liegt, nicht unterstützen“, sagte der britische Finanzminister George Osborne am Dienstag in Brüssel bei einer Aussprache mit seinen europäischen Amtskollegen. Der Londoner Ressortchef rief dazu auf, weiter mit dem Europaparlament zu verhandeln.

Großbritannien hatte schon vor den Beratungen deutlich gemacht, dass es mit der Londoner City als Europas größtem Finanzzentrum Probleme bei der Boni-Begrenzung hat.

Einigung auf grundsätzlich strengere Regeln für Banken

Die irische EU-Ratspräsidentschaft und das Europaparlament hatten sich in der vergangenen Woche grundsätzlich auf strengere Regeln für Banken und damit auch für die Boni geeinigt. Extrazahlungen an Spitzenbankiers sollen auf die Höhe des Grundgehalts begrenzt werden, in Ausnahmefällen darf der Bonus doppelt so hoch ausfallen. Außerdem verlangt das neue Gesetz von den Banken mehr und bessere Kapitalreserven zur Krisenvorsorge. Diese informelle Einigung muss nun noch bestätigt werden, auch vom Europaparlament.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier verteidigte den Kompromiss mit der Volksvertretung: „Wir haben mit dem Parlament ein Gleichgewicht gefunden zwischen dem Anreiz für die Schaffung von Mehrwert und der Begrenzung einer überhöhten Risikobereitschaft.“

Auch mehrere Ressortchefs unterstützen den irischen Kurs. „Das ist Ordnungspolitik, und die wird hier gemacht, nicht mehr und nicht weniger“, resümierte der Luxemburger Luc Frieden. Es geht bei dem Treffen um eine politische Einigung, Details müssten später noch präzisiert werden. Für den Beschluss im Ministerrat ist eine sogenannte qualifizierte Mehrheit nötig. Als Folge davon kann kein Land mit seinem Veto die Einigung verhindern.

dpa