Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt HSH Nordbank: Chef verteidigt Geschäftspolitik
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt HSH Nordbank: Chef verteidigt Geschäftspolitik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:09 15.01.2009
Nordbank-Chef verteidigt Geschäftspolitik: Nonnenmacher begründet die Ausschüttungen an ausgewählte Investoren mit Angst vor Kapitalabzug. Quelle: Roland Magunia/ddp
Anzeige

Die geplanten Ausschüttungen an Besitzer stiller Einlagen seien notwendig. Anderenfalls bestehe die Gefahr, dass Ratingagenturen die Bank abwerteten und daraufhin Einlagen abgezogen würden, sagte Nonnenmacher am Donnerstag in Kiel. Bei professionellen Anlegern sei das „nur ein Mausklick und dann ist das Geld weg“.

Nonnenmacher und Schleswig-Holsteins Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) mussten dem Ausschuss Fragen zur Lage der Bank beantworten. Dabei ging es neben der umstrittenen Ausschüttung von knapp 70 Millionen Euro trotz erwarteter Verluste auch um die von der Landesbank von Schleswig-Holstein und Hamburg unterhaltenen Beteiligungsgesellschaften in Steueroasen.

Nonnenmacher betonte vor dem Ausschuss, das Geldinstitut versteuere seine Erträge in Deutschland. Durch die Offshore-Beteiligungen beispielsweise auf den Cayman Islands seien keine Steuern am deutschen Fiskus vorbeigeschleust worden. Ohne diese Aktivitäten könne die Bank wichtigen Geschäftsfeldern nicht nachkommen. Diese Investoren bevorzugten das dortige englische Recht gegenüber der deutschen Gesetzgebung.

Nonnenmacher wies im Ausschuss zugleich Spekulationen zurück, der Bericht der Prüfungsgesellschaft KPMG werde sich verzögern. Vorläufige Zahlen zum Jahresabschluss 2008 seien im Februar zu erwarten, die endgültigen Zahlen jedoch nicht vor Ende März. Angaben zur Höhe der erwarteten Verluste im vergangenen Jahr machte er nicht.

Die Grünen im schleswig-holsteinischen Landtag bezeichneten Ankündigungen als „erschreckend“, die HSH Nordbank benötige eine Kapitalerhöhung von mehreren Milliarden Euro. „Diese Bank erweist sich als Fass ohne Boden und verschlingt die knappen Landesmittel, die wir so dringend für Schulen, Kindergärten und die Förderung von Investitionen in den Klimaschutz benötigen“, sagte Grünen-Fraktionschef Karl-Martin Hentschel.

Der SoFFin hatte der HSH Nordbank im Zuge der Finanzkrise bereits Liquiditätsgarantien in Höhe von bis zu 30 Milliarden Euro zugesagt. Das Land Schleswig-Holstein hält 29,1 Prozent der Anteile an dem Institut. Weitere Anteile halten Hamburg (30,41 Prozent), der schleswig-holsteinische Sparkassen- und Giroverband (14,8 Prozent) sowie die US-Beteiligungsgesellschaft J.C. Flowers (25,67 Prozent).

ddp