Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Härtere Gangart im Streit mit Suzuki
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Härtere Gangart im Streit mit Suzuki
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:37 18.09.2011
Von Dirk Stelzl
Die Partnerschaft von VW und Suzuki scheint keine Zukunft mehr zu haben – doch die Wolfsburger geben sich nicht geschlagen. Quelle: dpa
Anzeige
Wolfsburg

Sollten die Japaner die Partnerschaft tatsächlich beenden, könnte VW nach Informationen des „Spiegel“ auch mit einer härteren Gangart vorgehen, um die Verbindung aufrechtzuerhalten: Angeblich kommt für Volkswagen infrage, Suzuki kurzerhand zu übernehmen. „Ich schließe diese Möglichkeit nicht aus“, zitierte das Magazin einen hochrangigen Manager des Unternehmens.

Suzuki hat das Ende der Partnerschaft angekündigt, weil das Unternehmen um seine Eigenständigkeit bangt. Konzernchef Osamu Suzuki bot an, die von VW gehaltenen Anteile zurückzukaufen und die Überkreuzbeteiligung aufzulösen. Am vergangenen Dienstag bekräftige VW-Chef Martin Winterkorn jedoch auf der Automesse IAA, dass Volkswagen die Beteiligung behalten wolle. Volkswagen hatte Ende 2009 fast 20 Prozent der Suzuki-Anteile übernommen. Im Gegenzug erwarben die Japaner 1,5 Prozent der VW-Anteile. Volkswagen will besonders von den Erfahrungen Suzukis bei Kleinwagen und der starken Marktposition in Indien profitieren.

Die Japaner könnten den Vertrag über die Zusammenarbeit mit VW zwar kündigen, berichtete der „Spiegel“. Damit würde allerdings auch ein Passus ungültig, wonach VW seinen Anteil an Suzuki nur mit dessen Zustimmung erhöhen dürfe. Damit wäre der Weg frei, eine Mehrheit an Suzuki zu erwerben – was dann auf eine feindliche Übernahme hinausliefe. Ein Sprecher des Konzerns wollte den Bericht am Sonntag nicht kommentieren. Er wies darauf hin, dass die Vertragsinhalte vertraulich seien.

Eine Mehrheitsübernahme sei auch vor Beginn der Zusammenarbeit schon im Gespräch gewesen, heißt es im „Spiegel“. Bei diesen Überlegungen hätten die Japaner für VW eine zentrale Rolle übernehmen sollen: Der VW-Konzern wollte demnach die Autoentwicklung auf vier Zentren aufteilen. Bei Suzuki sollten Kleinwagen konstruiert werden. Auf der Beziehung der beiden Autounternehmen lastete von Beginn an die Befürchtung der Japaner, dass Volkswagen sie nur als weitere Marke in den Konzern integrieren wolle. Der Streit eskalierte vor einigen Tagen als VW Suzuki vorwarf, die Kooperationsvereinbarung gebrochen zu haben. Suzuki beziehe Dieselmotoren von Fiat.