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Deutschland / Welt Hagelsturm „Andreas“ schreibt Geschichte
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Hagelsturm „Andreas“ schreibt Geschichte
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19:30 09.01.2014
Quelle: dpa/Symbolbild
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München

Dieser Befund gilt jedoch nicht für Deutschland. Das weltweit kostspieligste Schadensereignis für die Versicherungsbranche traf zum Teil auch die Region Hannover: Die Hagelstürme von Ende Juli waren für die Assekuranz zugleich der teuerste Hagelschaden aller Zeiten in Deutschland.
So ist auch ein Hagelkorn von der Größe einer Pampelmuse in die Geschichte der deutschen Versicherungswirtschaft eingegangen. Mit einem Durchmesser von 14 Zentimetern stellte der Eisbrocken alles in den Schatten, was je bei einem Unwetter vom Himmel fiel. „Ein Rekord für Deutschland“, stellte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Dienstag fest, der die Naturkatastrophen in aller Welt jährlich auflistet.

Für die Versicherungen hierzulande war das Jahr 2013 ausgesprochen teuer. Nach aktuellen Schätzungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden für den Hagelsturm, das Junihochwasser an Donau und Elbe und andere Schäden insgesamt knapp 7 Milliarden Euro ausgezahlt. „Die Häufung verschiedener Wetterextreme innerhalb weniger Monate machte das Jahr 2013 zu einem außergewöhnlichen Jahr“, sagte GDV-Präsident Alexander Erdland vor wenigen Tagen.

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Am schwersten traf Hagelsturm „Andreas“ die Versicherungen. Innerhalb von Minuten richteten die Unwetter am 27. und 28. Juli vor allem in den Regionen Stuttgart und Hannover enorme Schäden an. Insgesamt 2,8 Milliarden Euro mussten die Versicherungen für zerborstene Wintergärten, verbeulte Autodächer und abgerissene Fassaden ersetzen, rechnete die Munich Re aus. Der Gesamtschaden von „Andreas“ werde sogar auf 3,6 Milliarden Euro geschätzt. Im größten Automobilwerk der Welt, bei VW in Wolfsburg, traf der Hagel Tausende Neuwagen. An einzelnen Gebäuden wie einer Schule in Sehnde waren Millionenschäden zu verzeichnen.

Die Versicherungen kostete der Eisregen damit noch mehr als das verheerende Hochwasser, das im Sommer Teile Bayerns und Ostdeutschlands verwüstet hat. Der tatsächliche Schaden durch die Flut war zwar viel höher, aber Schäden durch Überflutungen in gefährdeten Gebieten sind oft nicht versichert, weil den Versicherungen das Risiko zu hoch ist oder die Hausbesitzer keine Extrapolice abgeschlossen haben.

Zudem weisen die Experten der Munich Re darauf hin, dass der verstärkte Hochwasserschutz Wirkung zeigt. Regenmenge und sonstige Umstände hätten eigentlich ein noch schlimmeres Hochwasser als 2002 erwarten lassen – tatsächlich seien Gesamtschaden und versicherter Schaden jedoch unter dem damaligen Wert geblieben.

Die Naturkatastrophen des Jahres 2013 dürften aber Folgen für die Versicherungskunden haben: Sie müssen mit höheren Preisen für ihre Gebäude- und Kfz-Versicherungen rechnen.

Gesamtschaden 125 Milliarden Dollar

Weltweit haben nach Berechnung der Munich Re Naturkatastrophen im vergangenen Jahr einen Gesamtschaden von 125 Milliarden Dollar verursacht – und damit deutlich weniger als der Zehnjahresschnitt von 184 Milliarden Dollar. Versichert waren davon aber lediglich 31 Milliarden Dollar, was ebenfalls deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 56 Milliarden Dollar liegt. Insgesamt registrierten die Experten des Münchener Rückversicherers 880 Naturkatastrophen. Dabei seien mehr als 20 000 Menschen ums Leben gekommen. Dies sei zwar mehr als im Jahr 2012, aber erheblich weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre mit 106 000 pro Jahr.

Die größte humanitäre Katastrophe des Jahres 2013 war der Tropensturm „Haiyan“, der im Süden der Philippinen mehr als 6000 Menschen getötet und 10 Milliarden Dollar Schaden angerichtet hat. Der Taifun sei mit Spitzengeschwindigkeiten von deutlich über 300 Stundenkilometern wohl auch der stärkste je gemessene Wirbelsturm gewesen, schätzt die Munich Re. ash

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