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Deutschland / Welt Hannover Messe zeigt intelligente Fabriken von morgen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Hannover Messe zeigt intelligente Fabriken von morgen
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20:09 07.04.2013
Von Lars Ruzic
Foto: Auf der Hannover Messe sind auch humanoide Roboter zu sehen.
Auf der Hannover Messe sind auch humanoide Roboter zu sehen. Quelle: dpa
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Hannover

Die Integration beider Welten biete eine gute Chance, den Vorsprung auf die industriellen Tigerstaaten oder die USA zu halten. Die deutschen Industrieverbände und die IT-Vereinigung Bitkom wollen am Montag auf der Messe eine gemeinsame Plattform vorstellen, mit der die Zukunftstechnologie vorangetrieben werden soll. „In den nächsten fünf Jahren werden wir hier marktfähige Produkte sehen“, prophezeite Mittelbach.

Durch die Einbindung des Internets in die Produktionsabläufe können Maschinen künftig untereinander und mit den von ihnen bearbeiteten Werkstücken kommunizieren. Hiervon erhofft sich die Branche Produktivitätsschübe von bis zu 30 Prozent. An Internetadressen für die vielen Teile, die sich über Chips einwählen sollen, mangelt es jedenfalls nicht. Der neue Netzstandard hat 3400 Sextillionen davon im Angebot – als Zahl wäre das eine 34 mit 38 Nullen.

Der Umbau werde die Industrie zunächst gewaltige Investitionen abverlangen, sagte Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des VDMA. Er warnte in dem Zusammenhang vor der Einführung von Vermögensabgaben und -steuern, wie sie mehrere Parteien im Vorfeld der Bundestagswahlen angekündigt haben. Damit würde den Unternehmen dringend notwendiges Investitionskapital entzogen. „Das ist Gift für die Wettbewerbsfähigkeit des Maschinenbaus, und es ist Gift für die Arbeitsplätze in Deutschland.“

Das diesjährige Leitthema einer integrierten Industrie „zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche der Messe“, sagte Messevorstand Jochen Köckler. In diesem Jahr sind rund 6500 Aussteller aus mehr als 60 Ländern in Hannover zu Gast. Erstmals stellen die ausländischen Unternehmen und Institutionen die Mehrheit. Das komplette Messegelände ist belegt. „Wir gehen voller Optimismus in die Woche“, sagte Gerd Scheffel, Deutschlandchef des US-Maschinenbauers Parker Hannifin.

Alle Aussteller haben Lösungen im Gepäck, um die Produktion und Energieversorgung der Zukunft effizienter und ressourcenschonender zu machen. Volkswagen etwa zeigt in Halle 15/16, wie der Konzern in seinen Werken bis 2018 rund 25 Prozent Energie, Wasser, Abfall und Emissionen einsparen will – und präsentiert auf seinem Stand mehrere Elektroautos und erstmals auf einer Messe in Deutschland den XL1, der weniger als einen Liter Diesel auf 100 Kilometer verbraucht.

Der Nordex-Konzern präsentiert in Halle 27 eine neue Generation von Windrädern, die bis zu einem Drittel mehr Energie herausholen können. Unter anderem haben die Rostocker eine gut 100 Meter hohe Anlage für Küstenstandorte entwickelt, die fast die Ausbeute von Windrädern auf hoher See erreicht. Linde Material Handling zeigt auf dem Freigelände, was sich alles mit den Gabelstapler-Batterien des Konzerns fahren lässt: Die Bandbreite der Elektrofahrzeuge reicht von der pferdlosen Droschke über Mini-Bussen bis zur Hybrid-Kehrmaschine. Kuka zeigt in Halle 17 den ersten Industrieroboter, der vor allem durch Feinfühligkeit überzeugen soll. Er kann nicht nur bei der Produktion helfen, sondern auch fehlerhafte Teile aussortieren.