Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Hapag fährt wieder Gewinn ein
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Hapag fährt wieder Gewinn ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:34 14.05.2010
Von Stefan Winter
Die Hapag-Schiffe bekommen wieder mehr zu tun.
Die Hapag-Schiffe bekommen wieder mehr zu tun. Quelle: dpa
Anzeige

TUI-Finanzvorstand Horst Baier vor Analysten rechnet im Moment damit, dass Hapag die im vergangenen Jahr bewilligte Milliardenbürgschaft des Bundes letztlich nicht brauchen werde. Der Antrag soll aber vorsichtshalber weiter bestehen bleiben. Hapag-Lloyd scheint also ohne Staatshilfe durch die Krise zu kommen.

Nicht zuletzt die Hapag-Nachricht dürfte es gewesen sein, die den TUI-Kurs am Mittwoch um mehr als 4 Prozent nach oben zog. Auch das Reisegeschäft erhole sich, teilte der Konzern mit. Dank Kostensenkungen verbesserte sich das operative Ergebnis, der Umsatz schrumpfte allerdings leicht.

In den Monaten Januar bis März, dem zweiten Quartal des TUI-Geschäftsjahres 2009/10, schrumpfte der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, der operative Verlust verringerte sich um ein Viertel auf 252 Millionen Euro. Zu Jahresbeginn schreiben Reisekonzerne wegen der Vorlaufkosten zur Sommersaison in der Regel rote Zahlen.

TUI hatte vor allem bei Flügen und angemieteten Hotels die Kapazität zusammengestrichen, um die Rabatte trotz schwächerer Nachfrage in Grenzen zu halten. Das sei gelungen, sagte Konzernchef Michael Frenzel: „Diese Strategie geht auf.“ Während das Veranstaltergeschäft schrumpfte, gab es bei den Kreuzfahrten und den konzerneigenen Hotels leichtes Wachstum.

Für das gesamte Geschäftsjahr (bis 30. 9.) rechnet TUI weiterhin mit einem „leicht verbesserten operativen Ergebnis“. Das wird allerdings nur zu erreichen sein, wenn man die Folgen des Vulkanausbruchs auf Island zum Sondereffekt erklärt und herausrechnet. Bisher summieren sich die Belastungen durch die Aschewolke nach Konzernangaben auf rund 100 Millionen Euro, sie werden sich in der Zwischenbilanz zum gerade begonnenen Quartal niederschlagen.

In der – gesondert geführten – Schifffahrt stieg der Umsatz um 13 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verbesserte sich von 222 Millionen Euro Verlust auf 13 Millionen Euro Gewinn. Sowohl die Transportmengen als auch die Preise seien gestiegen, außerdem wirke das Sparprogramm.

Setzt sich dieser Trend – wie es die Branche derzeit erwartet – fort, spielt die Zeit für TUI. Der Konzern plant schon lange den Verkauf seiner Beteiligung, mit der Konjunkturerholung steigen die Chancen, einen vernünftigen Preis zu erzielen. Als Käufer kommen die Miteigentümer vom Hamburger Konsortium Albert Ballin in Frage, eine andere Reederei oder ein Finanzinvestor. Bisher gebe es allerdings keine konkreten Verhandlungen, hieß es in Konzernkreisen, das Thema dürfte erst im nächsten Jahr akut werden.