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21:57 18.07.2017
Von Jens Heitmann
Symbolfoto Quelle: dpa
Hannover

Zu diesem Ergebnis kommt der Bund der Steuerzahler in seinem „Belastungscheck 2017“. Im Vorjahr seien es noch 47,1 Cent gewesen, erklärte die Organisation gestern in Berlin. Den Angaben zufolge haben die Steuerzahler rein rechnerisch bis zum heutigen Mittwochmorgen um 3.27 Uhr ausschließlich für Staat und Sozialversicherungen gearbeitet.

Mittelschicht höher belastet

Die abermals gestiegene Belastung sei in erster Linie die Folge von „heimlichen Steuererhöhungen“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel. Weil dank der anhaltend guten Konjunktur die Löhne steigen, rutschten Bürger in immer höhere Steuersätze.

Mittlerweile müssten selbst Facharbeiter immer öfter den Spitzensteuersatz zahlen. Habe dieser Höchstsatz im Jahr 2005 noch 2,3 Millionen Steuerzahler getroffen, so gelte er inzwischen bereits für 3,7 Millionen Singles oder Familien. Überdies legen auch Sozialabgaben zu – beispielsweise für die Pflegeversicherung oder durch die Anhebung der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der Sozialabgaben auf das Einkommen fällig werden.

In seinen „Belastungscheck“ bezieht der Steuerzahlerbund auch andere vom Gesetzgeber veranlasste Abgaben ein – wie etwa die EEG-Umlage. Für die Förderung von Ökostrom aus Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen zahlen die Deutschen im laufenden Jahr etwa 25 Milliarden Euro. Damit habe sich die EEG-Umlage zu einer Quasi-Steuer, entwickelt, kritisierte Holznagel.

Auch der Verbrauch von Wasser und Gas werde durch milliardenschwere Abgaben belastet, hieß es. Darüber hinaus schlage die Haushaltsabgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit insgesamt 8 Milliarden Euro zu Buche.

Zudem berücksichtigt der Steuerzahlerbund die Verbrauchsteuern bei seiner Berechnung der Belastungsquote. Diese hätten sich im Vergleich zum Vorjahr um fast 5 Prozent erhöht. Das Lohn- und Einkommensteueraufkommen sei um 5,5 Prozent gewachsen. Da der Steuertarif progressiv gestaltet sei, müssten die Bürger bei steigendem Einkommen immer mehr abführen. Damit erhöhten sich die Steuereinnahmen stärker als die Einkommen. „Das zeigt, dass die Entlastungen der letzten Jahre, etwa das Aussetzen der kalten Progression, keineswegs verhindert haben, dass die Steuerbelastung stetig zugenommen hat“, sagte Holznagel.

Entlastungen gefordert

Vor diesem Hintergrund fordert der Bund der Steuerzahler deutliche Entlastungen für die Bürger. Nach den Vorstellungen des Verbandes sollte der Spitzensteuersatz erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 80 000 Euro greifen. Zudem müsse die Politik den Solidaritätszuschlag abbauen und spätestens 2020 abschaffen, sagte Holznagel: „Er ist weder zeitgemäß noch verfassungsfest.“

Darüber hinaus verlangt der Verband eine Senkung der Wohnkosten. Ob Grundsteuer, Grunderwerbsteuer oder Stromnebenkosten – der Staat sei „der Kostentreiber Nummer eins für Miete oder Eigenheim“. Dies dürfe nicht so bleiben.

In einer Patchworkfamilie wird es schnell kompliziert – vor allem, wenn es ums Vererben geht. Experten empfehlen, rechtzeitig klare Regelungen zu schaffen.

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