Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Hilfe für Conti? Die Politik ist noch nicht überzeugt
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Hilfe für Conti? Die Politik ist noch nicht überzeugt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:43 29.01.2009
Quelle: Rainer Dröse
Anzeige

„Die beteiligten Unternehmen werden in den nächsten Wochen ein tragfähiges und zukunftsweisendes Konzept vorlegen, das mit den wichtigsten Banken abgesprochen ist“, erklärte Glos jetzt in Berlin.

In der Nacht zum Donnerstag hatten Glos, die Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) und Horst Seehofer (CSU) sowie die Spitzen von Schaeffler und Continental drei Stunden lang über die Lage der schwer angeschlagenen Konzerne beraten. „Es geht noch nicht um konkrete Hilfen“, sagte Wulff nach dem Treffen. Darüber könne man erst auf Basis konkreter Konzepte reden, die schnell vorgelegt werden sollten. Vor allem müssten die Banken beteiligt werden, denn sie säßen mittlerweile „maßgeblich im Fahrersitz“, sagte Wulff.

Anzeige

Der niedersächsische Regierungschef dringt vor allem auf eine klare Lastenteilung: Das Land wolle den 11 500 Arbeitnehmern hier helfen, also vor allem dem Gummibereich von Continental. Die Probleme von Schaeffler mit Sitz in Herzogenaurach müssten in Bayern gelöst werden. Deshalb soll nicht Schaeffler allein ein Konzept vorlegen, sondern auch die Conti, die den Bayern formal nur zu 49,9 Prozent gehört. Die restlichen Aktien sind bei Banken geparkt. Wulff hält Bürgschaften für einen Neuanfang für denkbar, betont aber: „Zuerst müssen die Verantwortlichen ihre Schulaufgaben machen.“

Beide Konzerne sind mit insgesamt 22 Milliarden Euro verschuldet, vor allem Schaeffler hat massive Probleme mit dieser Last. Nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung bemüht sich das Unternehmen um Staatshilfen in Höhe von vier Milliarden Euro. Bei Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) haben solche Ideen allerdings keine Chance: Es sei nicht Aufgabe des Staates, nach unternehmerischen Fehlentscheidungen einzugreifen. Ähnlich äußerte sich Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei einem Besuch des Schaeffler-Konkurrenten Bosch: Wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen sei „größte Vorsicht geboten“.

Der hannoversche SPD-Bundestagsabgeordnete Gerd Andres sagte: „Ich finde, der Staat hat sich rauszuhalten, solange nicht geklärt ist, wer welche Verantwortung für die Schieflage hat.“ Wenn klar sei, „was die Schaeffler-Gruppe und die beteiligten Banken einbringen, kann sich der Staat auch dazu verhalten“.

Firmenchefin Maria-Elisabeth Schaeffler, die wie ihr Sohn an dem Treffen teilnahm, wies Erwartungen nach einem größeren Engagement von ihrer Seite zurück. „Das ist Unsinn“, erklärte sie in einem Interview. „Unser Vermögen steckt im Unternehmen.“ Sie habe sich mit der Conti-Übernahme weder verhoben noch Managementfehler gemacht. Die Probleme seien allein eine Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise.

von Michael M. Grüter und Stefan Winter

29.01.2009
Deutschland / Welt Verdi befürchtet Schließung jeder zweiten Filiale - Schlecker-Filialen durch Konzernumbau bedroht
28.01.2009