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Deutschland / Welt Höft & Wessel rutscht ins Minus
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Höft & Wessel rutscht ins Minus
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20:02 12.02.2012
Von Jens Heitmann
Bei mobilen Datenerfassungsgeräten im Einzelhandel herrscht ein Preiskampf – Höft & Wessel tut sich in diesem Bereich seit Jahren schwer.
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Hannover

Nun werden noch Erlöse von 88 Millionen Euro und ein Verlust von 3,2 Millionen Euro erwartet. Dies ging aus einer Ad-hoc-Mitteilung hervor, die das Unternehmen am Freitag spät nach Börsenschluss herausgegeben hat. Die Dividende solle daher entfallen.

Durch diese sogenannte Gewinnwarnung erscheint auch der abrupte Abgang von Vorstandschef Hansjoachim Oehmen vor drei Wochen in einem anderen Licht. Mitte Dezember hatte Höft & Wessel verkündet, dass der Manager seinen Ende 2012 auslaufenden Vertrag aus Altersgründen nicht verlängern wolle – nur einen Monat später musste er sofort seinen Hut nehmen. Als Nachfolger wurde vom Aufsichtsrat Firmengründer Michael Höft präsentiert. Zwischen der Ad-hoc-Meldung und dem Ausscheiden Oehmens gebe es keinen direkten Zusammenhang, erklärte ein Unternehmenssprecher.

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Nach Angaben aus Firmenkreisen gab es den aber sehr wohl. Das Nachdenken über einen neuen Vorstandschef habe mit dem unerwartet schlechten Ergebnis für die ersten drei Quartale begonnen, hieß es. „Wegen Verzögerungen beim Ausbau des internationalen Partnervertriebs, Projektverschiebungen und Ergebnisbelastungen aus gestiegenen Projektkosten“ hatte Höft & Wessel für Ende September unter dem Strich einen Verlust von 3,2 Millionen Euro verkündet; das war mehr als doppelt soviel wie im Vorjahreszeitraum.

Rote Zahlen in den ersten neun Monaten sind für die Firma wegen des umfangreichen Projektgeschäfts nicht ungewöhnlich – doch im vergangenen Jahr ist der übliche Schlussspurt im vierten Quartal offenbar deutlich schwächer ausgefallen als vom Unternehmen erhofft.

Zusätzlich belastet wurde das Ergebnis durch eine „einmalige Abschreibung“ von rund 4,5 Millionen Euro. Als Grund dafür nannte Höft & Wessel „Neubewertungen“ von aktivierten Eigenleistungen und Vorräten im Bereich mobiler Datenerfassungsgeräte für den Einzelhandel.

Die „Skeye“ genannte Sparte leidet seit langem unter dem Preiskampf in der Branche. Zuletzt seien die Planungen „recht ambitioniert“ gewesen, hieß es im Unternehmen. Offenbar konnten deutlich weniger bereits produzierte Geräte verkauft werden als erhofft. Nach Unternehmensangaben schafft die Abschreibung „die bilanziellen Voraussetzungen für bessere Geschäftsergebnisse“.

Für die Zukunft zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. Unter der Federführung des neuen alten Chefs würden „nun unter anderem mit neuen Organisationsstrukturen wieder die Voraussetzungen für eine nachhaltige profitable Geschäftsentwicklung geschaffen“, hieß es in der Ad-hoc-Mitteilung. Höft hat das Unternehmen zusammen mit seinem Mitgründer Rolf Wessel bereits von 1978 bis 2000 geführt und ist einer der Hauptgesellschafter. Für das laufende Jahr rechne man mit „einem etwas höheren Umsatz als im Vorjahr und einem leicht positiven Betriebsergebnis“, hieß es.