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Deutschland / Welt Höherer Zuschuss für Fast-Taube
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Höherer Zuschuss für Fast-Taube
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18:03 10.03.2012
Von Jens Heitmann
Hörgeräte sind sehr teuer. Quelle: Handout
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Hannover

Extrem Schwerhörige bekommen von den gesetzlichen Krankenkassen neuerdings einen höheren Zuschuss für ihre Hörhilfe. Die sogenannten Festbeträge sind zum 1. März 2012 auf 786,86 Euro für ein Ohr erhöht worden. Für beide Ohren sei dieser Betrag zu verdoppeln, abzüglich eines Abschlags von 157,37 Euro - weil bestimmte Arbeiten wie Anamnese, Hörtests, Einweisung in den Gebrauch des Hörgeräts nur einmal anfallen, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen in Berlin mit. Zuvor lag der Festbetrag bei 421,28 Euro.

Von der Neuregelung können den Angaben zufolge 125.000 Versicherte profitieren. Die vom Akustiker angebotenen Hörgeräte müssten mindestens über die technischen Merkmale Digitaltechnik, Mehrkanaligkeit (Minimum vier Kanäle), Rückkopplungs- und Störschallunterdrückung, mindestens drei Hörprogramme sowie eine Verstärkungsleistung von mindestens 75 Dezibel verfügen, hieß es beim Deutschen Schwerhörigenbund.

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Mit der Erhöhung haben die Krankenkassen auf ein Urteil des Bundessozialgerichts reagiert. Der 3. Senat hatte 2009 eine Betriebskrankenkasse verurteilt, für einen nahezu ertaubten Versicherten die vollen Kosten eines besonders hochwertigen digitalen Hörgerätes zu übernehmen. Darüber hinaus machten die Richter damals deutlich, dass an Taubheit grenzend Schwerhörige generell auch Anspruch auf einen höheren Festbetrag haben.

Inwieweit auch andere Schwerhörige von der Neuregelung profitieren können, ist unter Experten noch umstritten. Ob und inwieweit auch die Festbeträge für Versicherte mit mittel- und hochgradiger Schwerhörigkeit anzupassen seien, werde noch geprüft, sagte eine Sprecherin des Krankenkassenverbandes. Der Deutsche Schwerhörigenbund weist darauf hin, dass die Kassen bisher nur selten freiwillig die Kosten für teurere Hörgeräte übernehmen. Die Versicherten sind im Fall einer Ablehnung auf den Klageweg vor den Sozialgerichten angewiesen.

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