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Deutschland / Welt Holcim heiratet Lafarge
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Holcim heiratet Lafarge
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08:58 07.04.2014
Foto: Zusammenschluss unter Gleichen: Die beiden Baustoffriesen Holcim und Lafarge wollen zum weltgrößten Zementhersteller fusionieren.
Zusammenschluss unter Gleichen: Die beiden Baustoffriesen Holcim und Lafarge wollen zum weltgrößten Zementhersteller fusionieren. Quelle: dpa
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Zürich/Paris

In der Zementbranche kommt es zu einer Elefantenhochzeit. Die beiden Marktführer Holcim aus der Schweiz und Lafarge aus Frankreich schließen sich zu LafargeHolcim zusammen und zementieren damit ihre Vormachtsstellung in der von Überkapazitäten gebeutelten Baustoffbranche. Mit der Fusion entstehe ein Branchenriese mit einem Umsatz von 32 Milliarden Euro und einem Betriebsergebnis (Ebitda) von rund 6,5 Milliarden Euro, teilten die beiden Konzerne am Montag mit.

Holcim biete eine eigene Aktie für eine Lafarge Aktie. Die Verwaltungsräte und die Hauptaktionäre der beiden HeidelbergCement -Konkurrenten stehen hinter der Milliarden-Transaktion."Beide Gruppen haben lange darüber nachgedacht, wie man dieser Branche neuen Schub geben kann, wie man die Branche transformieren kann und wie man sie zu etwas machen kann, das für die Anleger wieder interessant ist", erklärte der scheidende Holcim-Verwaltungsratspräsident Rolf Soiron in einer Telefonkonferenz.

Aufgabe für Wettbewerbshüter

Die größte Fusion in Europa seit der Mega-Übernahme von Xstrata durch Glencore 2013 dürfte aber auch die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen. Um die Regulatoren zu befriedigen, plant der neue Konzern, Geschäftsbereiche mit einem Anteil von zehn bis 15 Prozent des operativen Ergebnisses zu veräußern. Zwei Drittel davon dürften auf Europa entfallen. Gleichzeitig will LafargeHolcim, Synergien von über 1,4 Milliarde Euro zu heben. Durch den Abbau von Überkapazitäten dürften auch Konkurrenten auf ein Ende des harten Preiskampfs hoffen.

Das kombinierte Unternehmen werde in 90 Ländern rund um die Welt präsent sein. Dabei ergänzen sich die beiden Firmen geografisch gut. Lafarge ist in Afrika und im Nahen Osten stark, Holcim dagegen in Lateinamerika. Schwellenländer sind der Wachstumsmotor der Zementbranche, weil sie angesichts des starken Bevölkerungswachstums viele Wohnhäuser, Straßen und Dämme bauen.Der Vollzug der Transaktion ist für das erste Halbjahr 2015 geplant. Mit Wolfgang Reitzle stelle Holcim den Verwaltungsratspräsidenten, Lafarge-Konzernchef Bruno Lafont übernehme den Chefsessel bei LafargeHolcim. Der Hauptsitz des Konzerns werde in der Schweiz sein. Die Aktien von LafargeHolcim sollen sowohl an der Schweizer SIX als auch an der französischen Euronext gelistet sein.

rtr