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Deutschland / Welt IG Metall verlangt 6 Prozent mehr Lohn bei Volkswagen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt IG Metall verlangt 6 Prozent mehr Lohn bei Volkswagen
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06:00 25.10.2017
Von Jens Heitmann
6 Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall für die VW-Beschäftigten.
6 Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall für die VW-Beschäftigten. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Für die 130.000 Volkswagen-Mitarbeiter verlangt sie zudem eine Aufstockung der betrieblichen Altersversorgung. Überdies soll VW die Ausbildung verbessern.

Für den Flächentarif in der Branche pocht die Gewerkschaft auch auf einen Anspruch der Beschäftigten auf eine befristete Arbeitszeitverkürzung. „Diese Forderungen treffen den Nerv der Zeit und sind untrennbar miteinander verbunden“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Thorsten Gröger am Dienstag in Hannover.

Die Tarifkommission im Bezirk unterstützt damit den Forderungskatalog des IG-Metall-Vorstandes. Die Gewerkschaft hatte im Sommer ihre Mitglieder befragt und aus den Antworten den Wunsch nach mehr Flexibilität im Beruf abgeleitet. Bisher hätten sich die Mitarbeiter vorrangig an den Belangen der Betriebe orientieren müssen, sagte Gröger. „Das darf jedoch keine Einbahnstraße sein.“

Die IG Metall will deshalb einen individuellen Anspruch auf eine geringere Arbeitszeit festschreiben: Jeder Tarifbeschäftigte soll seine Arbeitszeit für zwei Jahre auf 28 Stunden in der Woche verringern können. Wer sich in dieser Zeit um seine Kinder kümmert oder Angehöriger pflegt, soll vom Arbeitgeber einen „Entgeltzuschuss“ bekommen.

Bei VW liegt der Fokus der IG Metall - neben der Lohnforderung - stärker bei der Altersvorsorge. Bereits 2015 habe die Gewerkschaft mit dem Konzern einen „Zukunftsplan gute Arbeit“ verabredet, sagte Gröger. Wegen der hohen Belastungen durch den Diesel-Skandal sei man jedoch zu keinem zählbaren Ergebnis gekommen. Jetzt will die IG Metall erreichen, dass sich VW an der privaten Altersvorsorge der Mitarbeiter beteiligt, um ihnen einen früheren Eintritt in den Ruhestand zu ermöglichen. „Wir wollen die Lücke verringern, die für Kollegen in Altersteilzeit durch die Abschläge bei der gesetzlichen Rente entsteht“, sagte Gröger.

Während sich Volkswagen nicht zu den Forderungen äußern wollte, zeigte sich der Arbeitgeberverband Niedersachsen-Metall entsetzt: „Die Gewerkschaft hat offenbar das Gefühl für die Grenzen der Zumutbarkeit verloren“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt. Das Recht auf eine 28-Stunden-Woche verschärfe den Fachkräftemangel - das mit Abstand größte Problem der Branche. „Viele Unternehmen machen sich ernsthafte Gedanken über die Sinnhaftigkeit der Tarifbindung.“ Die Friedenspflicht im Bereich des Flächentarifvertrages endet am 31. Dezember - beim VW-Haustarif einen Monat später.