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Deutschland / Welt Industrie bleibt zuversichtlich
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Industrie bleibt zuversichtlich
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17:46 23.04.2012
Von Dirk Stelzl
Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI): Hans-Peter Keitel. Quelle: dpa
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Hannover

Die Industrie ist zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten an Fahrt gewinnt. Ihr Spitzenverband BDI hält in diesem Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um ein Prozent für erreichbar. Die bisherigen Zahlen sprächen zwar noch nicht für ein solches Wirtschaftswachstum, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel auf der Hannover Messe. „Wir setzen aber auf eine Erholung im zweiten Halbjahr.“ Je nach Branche gibt es deutliche Unterschiede: Während die Maschinen- und Anlagenbauer für 2012 mit einer Produktion auf Vorjahreshöhe rechnen, erwartet die Elektrotechnik- und Elektroindustrie einen Produktionsanstieg um 5 Prozent und höhere Umsätze.

„Wir sind optimistisch“, sagte Keitel - verband seine Prognose aber mit der Einschränkung, dass sie nur zutreffen könne, wenn etwa „krisenhafte Zuspitzungen“ an den Finanzmärkten ausblieben. Die Binnennachfrage bleibe stark, auch dank der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt. Neben dem Konsum nähmen auch die Bauaufträge sowie die Investitionen der Unternehmen zu. „Die Industrie schafft gegenwärtig rund 500 neue Arbeitsplätze täglich.“

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Der Bundesverband der Deutschen Industrie ist mit seiner Prognose etwas zuversichtlicher als die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, die in ihrem Frühjahrsgutachten ein Wachstum von 0,9 Prozent vorhersagen. Gebremst werde die Weltkonjunktur von den Entwicklung in Europa, erklärte Keitel. Er nimmt an, dass die deutschen Exporte in diesem Jahr um mindestens 3 Prozent steigen werden. Die Importe legten voraussichtlich mit einem Plus von knapp 4 Prozent stärker zu.

Der Handel Deutschlands mit China - dem diesjährigen Partnerland der Messe - hat sich dem BDI zufolge zwischen 2000 und 2011 etwa verfünffacht. Im vorigen Jahr rückte die Volksrepublik als Abnehmer deutscher Exporte vom siebten auf den fünften Platz vor. Obwohl sich die Wachstumsaussichten für China zuletzt etwas verschlechtert haben, biete das Land weiterhin gute Chancen für die deutsche Exportindustrie, sagte Keitel. Bei den Einfuhren nach Deutschland war China 2011 der zweitwichtigste Lieferant. Chinesische Unternehmen verkauften immer mehr Produkte, die für die Industrieproduktion bestimmt seien. „China bemüht sich, auf der Wertschöpfungskette nach oben zu klettern. Wir müssen uns anstrengen, um unseren Vorsprung zu sichern.“

Die deutschen Maschinenbauer hoffen nach rückläufigen Auftragseingängen in den ersten Monaten des Jahres auf einen Schub. Spätestens zur Jahresmitte hin dürften die Bestellungen bei einem freundlicheren Klima wieder „auf Wachstumskurs einschwenken“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Hannes Hesse. „Wir rechnen daher nur für einige wenige Monate des Jahres mit kleinen Minusraten bei der Produktion. Sie dürften im Jahresverlauf leicht wieder auszubügeln sein.“ Der VDMA geht davon aus, dass die Produktion des Wirtschaftszweigs in diesem Jahr stagnieren werde. 2011 hatten die Maschinenbauer die Produktion um mehr als 12 Prozent auf 186,5 Milliarden Euro gesteigert. In den vergangenen Monaten ist die Nachfrage jedoch gesunken: Im Januar und Februar lagen die Auftragseingänge um 11 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

„Die Stimmung ist außerordentlich gut“, betonte der Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Friedhelm Loh. Seiner Einschätzung nach wird der Umsatz seiner Branche auf 185 Milliarden Euro wachsen und damit die Erlöse der Spitzenjahre 2007 und 2008 in Höhe von jeweils 182 Milliarden Euro übertreffen.

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