Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Industrie will 70.000 neue Stellen schaffen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Industrie will 70.000 neue Stellen schaffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:02 27.12.2010
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht die deutsche Wirtschaft auch für die nächsten Jahre gut aufgestellt. Quelle: dpa
Anzeige

In der deutschen Industrie werden 2011 nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) rund 70.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Mit einem Produktionszuwachs von fünf Prozent werden die Industriebranchen doppelt so stark zulegen wie die gesamte Wirtschaft, sagte DIHK- Präsident Hans Heinrich Driftmann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Die Industrie bleibe der Motor des deutschen Aufschwungs - auch wenn im neuen Jahr mehr Impulse aus dem Konsum erwartet werden. In den ersten neun Monaten 2010 hatte das produzierende Gewerbe im Jahresvergleich sogar um 9,5 Prozent zugelegt.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht die deutsche Wirtschaft auch für die nächsten Jahre gut aufgestellt. Sie habe ihre Konkurrenzfähigkeit in der Welt in den vergangenen zehn bis 15 Jahren stetig verbessert, „und daraus erklären sich letzten Endes auch die Exporterfolge“, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte hinzu: „Das ist keine kurzfristige Diskussion über Ungleichgewichte. Vielmehr sind wir deutlich konkurrenzfähiger als unsere Nachbarn und unsere Wettbewerber.“

Anzeige

Keitel wollte die Lorbeeren für den wirtschaftlichen Erfolg auf der politischen Seite keiner bestimmten Regierung zurechnen. Er erinnerte aber daran, dass die umfassendste Reform von Rot-Grün stamme, nämlich die Agenda 2010. Der BDI-Präsident beklagte aber, dass sich die SPD inzwischen von diesen Reformen - „aus politischem Opportunismus“ - wieder verabschiede.

Die befürchtete Kreditklemme für deutsche Unternehmen nach der Finanzkrise ist 2010 ausgeblieben. Den zum Jahresende auslaufenden „Deutschlandfonds“ nahmen die Firmen nur zu einem Viertel in Anspruch. Bis kurz vor Weihnachten seien Kredite von zehn Milliarden Euro zugesagt worden, hieß es am Montag bei der bundeseigenen KfW- Bankengruppe. Mehr als 12 bis 13 Milliarden Euro dürften es am Ende nicht werden, bestätigte KfW-Sprecher Wolfram Schweickhardt einen Bericht des „Tagesspiegel“ (Montag).

Für den Deutschlandsfonds standen 40 Milliarden Euro bereit. Er war gegründet worden, um gesunden Firmen zu helfen, die bei ihren Banken und Sparkassen im Zuge der Krise keine Kredite mehr erhielten. Bisher haben laut KfW 6304 Unternehmen Kredite im Volumen von insgesamt 19,3 Milliarden Euro beantragt. Davon wurden 4580 Kreditanträge positiv beschieden. Seit diesem Sommer ist die Zahl der Anträge allerdings deutlich gesunken - die rasante Erholung der Konjunktur hat die Nachfrage einbrechen lassen.

Im neuen Jahr soll vor allem der Konsum das Wirtschaftswachstum beflügeln. Nach einem unveröffentlichten DIHK-Konjunkturbulletin, das dem „Handelsblatt“ (Montag) vorliegt, dürfte das Plus beim privaten Verbrauch mit 2,4 Prozent so deutlich ausfallen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Erwartet wird, dass auch die heimischen Investitionen anziehen. Die Importe würden voraussichtlich schneller wachsen als die Exporte. Wirtschaftsforscher rechnen insgesamt mit einem Wachstum in der Größenordnung von 2,3 bis 2,5 Prozent, nach etwa 3,5 Prozent 2010.

dpa