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Deutschland / Welt K+S muss Gewinnprognose kippen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt K+S muss Gewinnprognose kippen
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08:26 07.08.2013
Von Carola Böse-Fischer
Kalibergwerk von K+S: Der Konzern hat teils höhere Produktionskosten als seine Konkurrenten. Quelle: dpa
Hannover

 Nach Uralkalis Ankündigung, aus der mit der weißrussischen Belaruskali betriebenen Vertriebsgemeinschaft auszutreten und die eigene Kaliproduktion unter Inkaufnahme von Preisrückgängen auszuweiten, sei es zu erheblicher Unsicherheit auf dem Markt gekommen, erklärte der Kasseler Konzern gestern. Deshalb könne man an der Prognose einer leichten Steigerung des operativen Ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr mit gut 804 Millionen Euro „nicht länger festhalten“. Auch die bislang für 2914 angepeilte leichte Ergebnisverbesserung sei möglicherweise nicht mehr erreichbar.

Die Börse reagierte erneut mit schweren Kursverlusten. Die K+S-Aktie verlor zeitweise bis zu 13 Prozent und schloss mit einem Minus von 8,14 Prozent auf 15,92 Euro. Damit hat das Papier binnen weniger Tage über 40 Prozent eingebüßt, und der Abstieg aus dem Dax wird immer wahrscheinlicher.

Gegen Spekulationen über einen Preisverfall für Kali sei kein Unternehmen immun, hieß es bei K+S. Der Chef von Uralkali, Wladislaw Baumgertner hatte Ende voriger Woche bekundet, Preise von weniger als 300 Dollar für die Tonne Kali in Kauf zu nehmen, um vor allem im wichtigen Absatzmarkt China Marktanteile zu gewinnen. Derzeit liegt der Preis für die Tonne Kali zwischen 400 und 425 Euro je Tonne. Ein Preisrutsch würde K+S besonders treffen, weil der Konzern nach eigenen Angaben relativ hohe Produktionskosten hat. Das liegt daran, dass K+S nur Kali-Minen hierzulande betreibt, deren Lebensdauer sich in absehbarer Zeit dem Ende zuneigt, und höhere Personalkosten hat.

Trotz des drohenden Preiswettbewerbs durch Uralkali will K+S sein neues Kali-Werk in Kanada unverändert vorantreiben. „Unser Legacy-Projekt liegt im Plan. Wir werden dieses wichtige Vorhaben aufgrund bloßer Spekulationen nicht in Frage stellen“, erklärte Konzernchef Norbert Steiner. Die Investition wird für K+S teurer als ursprünglich veranschlagt, statt 2,4 Milliarden Euro rechnet K+S jetzt mit 3 Milliarden Euro. Der Konzern braucht nach eigenen Angaben aber einen Kali-Preis von 420 Dollar, damit die neue Mine die „Renditeanforderungen“ erfüllt.

Trotz der neuen Marktlage bleibt laut Steiner weiteres „Umsatz- und Ergebniswachstum mittel- und langfristiges Ziel“. Er verwies auf die „besonderen Stärken“ von K+S. Im Gegensatz zu den Wettbewerbern „haben wir mit unserem weltweiten Salzgeschäft ein kräftiges zweites Standbein“.

Nummer eins bei Salz

Im Kaligeschäft ist K+S mit einem Marktanteil von 10 Prozent weltweit die Nummer fünf. Dagegen sieht sich der Kasseler Dax-Konzern mit seinem zweiten Standbein Salz als Weltmarktführer. 2012 setzte der Düngemittel- und Salzhersteller mit seinen weltweit mehr als 14 000 Mitarbeitern 3,9 Milliarden Euro um, das war ein kleines Minus von 2 Prozent. Das operative Ergebnis sank um etwa 11 Prozent auf 808,5 Millionen Euro. Unter dem Strich fuhr der Konzern mit 640 Millionen Euro einen um 10 Prozent höheren Gewinn ein. Am kommenden Dienstag gibt K+S seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2013 bekannt.

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