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Deutschland / Welt Karstadt vor Gläubigerversammlung offenbar auf Erholungskurs
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Karstadt vor Gläubigerversammlung offenbar auf Erholungskurs
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09:32 10.11.2009
Bei 17 Karstadt-Häusern ist derzeit noch unklar, ob sie aufrechterhalten werden können. Quelle: afp
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Einem Berichtdes "Handelsblatts" zufolge soll Karstadt zudem mit seinen Lieferanten bereits Verträge für das Sommergeschäft 2010 abgeschlossen haben.

Vor allem der Oktober sei für die insolvente Kaufhauskette "sehr gut gelaufen", zitiert die Zeitung den Sprecher von Görg. Damit könnten die Chancen für Görgs Vorhaben steigen, die Karstadt-Standorte nach Sanierung möglichst im Paket zu verkaufen. Der Insolvenzverwalter will der Gläubigerversammlung in Essen einen Zwischenbericht zum Sanierungsplan für Karstadt vorlegen und vorschlagen, Karstadt "als Ganzes über ein Insolvenzplanverfahren zu sanieren". Anschließend sollen die Gespräche weitergeführt werden, um Einzelheiten zu klären.

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Als wichtiger Eckpunkt eines möglichen Sanierungskonzepts für Karstadt gilt die am Samstag erzielte Einigung zwischen Görg und Arbeitnehmervertretern auf Zugeständnisse der Beschäftigten. Die Karstadt-Mitarbeiter wollen demnach zur Rettung ihrer Jobs drei Jahre lang auf Urlaubsgeld, einen großen Teil des Weihnachtsgelds sowie tarifliche Vorsorgeleistungen im Gesamtwert von 150 Millionen Euro verzichten. Das Geld soll solange auf ein Treuhandkonto fließen, bis ein Investor gefunden ist. Über dieses Verhandlungsergebnis wollte am Montag die große Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi abstimmen.

Nach Angaben eines Sprechers von Görg stehen derzeit noch 17 Karstadt-Häuser auf einer Prüfliste - bei ihnen ist demnach noch nicht sicher, ob sie weitergeführt werden. Damit würden voraussichtlich mindestens 109 Waren- und Sporthäuser vorerst gerettet. Der Handelsriese Metro hatte wiederholt Interesse an einer Übernahme bekundet.

Mit dem Treffen der Karstadt-Gläubiger am Dienstag soll der am Montag begonnene Marathon von Gläubigerversammlungen nach dem Zusammenbruch des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor fortgesetzt werden, einem der größten Pleiteverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Komplex um die Insolvenz des Handels- und Reisekonzerns umfasst nach Angaben des zuständigen Amtsgerichts Essen insgesamt 42 Verfahren.

Die Zahl der Gläubiger von Arcandor und den insolventen Tochtergesellschaften wird nach Gerichtsangaben auf mindestens 42.000 geschätzt. Die Gesamthöhe der im Zuge des Arcandor-Komplexes angemeldeten Ansprüche liegt demnach bei 19 Milliarden Euro.

afp

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