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Deutschland / Welt Kartellamt bittet Haribo zur Kasse
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Kartellamt bittet Haribo zur Kasse
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13:00 01.08.2012
Das Kartellamt hat den Süßwarenhersteller Haribo zu einem Bußgeld von 2,4 Millionen Euro verurteilt. Quelle: dpa
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Bonn

Gegen den Bonner Süßwarenhersteller Haribo hat das Bundeskartellamt ein Bußgeld von 2,4 Millionen Euro wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens verhängt. Das Unternehmen und verantwortliche Mitarbeiter hätten in unzulässiger Weise Informationen mit Wettbewerbern ausgetauscht, begründete die Behörde am Mittwoch die Maßnahme. Gegen zwei weitere Markenhersteller von Süßwaren würden die Ermittlungen noch fortgeführt.

Aufgrund eines Kronzeugenantrags der Mars GmbH im niederrheinischen Viersen waren die Ermittlungen des Kartellamtes 2008 ausgelöst worden. Wegen der Anwendung der Bonusregelung blieb Mars von einer Geldbuße verschont.

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Bei der Festsetzung des Bußgeldes gegen Haribo sei berücksichtigt worden, dass das Unternehmen bei der Aufklärung des Sachverhaltes mit dem Bundeskartellamt kooperiert habe. Das Verfahren sei so einvernehmlich abgeschlossen worden. In einer Stellungnahme verwies auch Haribo auf die gütliche Einigung. Gegen den Bescheid will das Unternehmen deshalb keinen Einspruch einlegen.

„Bestimmte Arten des Informationsaustauschs zwischen Unternehmen sind kartellrechtlich unzulässig“, erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes Andreas Mundt. Der Wettbewerb werde durch solche Verhaltensweisen beeinträchtigt, auch wenn es sich in diesem Fall nicht um klassische Verstöße wie Preis- oder Gebietsabsprachen handelte.

In den Jahren 2006-2007 hatten sich vier betroffene Unternehmen regelmäßig in einem informellen Gesprächskreis getroffen. Dort wurden nach Angaben des Kartellamtes Informationen über den Verlauf und jeweiligen Stand der Verhandlungen mit verschiedenen großen Einzelhändlern ausgetauscht. Solche Informationen würden von Unternehmen normalerweise aber vertraulich behandelt.

dpa