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Deutschland / Welt Keine Gespräche zur Abwendung des Lufthansa-Streiks
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Keine Gespräche zur Abwendung des Lufthansa-Streiks
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14:05 19.02.2010
Der Streit dreht sich nach Angaben der Gewerkschaft vor allem um die Arbeitsplatzsicherheit der rund 4500 Piloten Quelle: dpa
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Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hat für den kommenden Montag 4000 Flugzeugführer zu einem Streik bis inklusive Donnerstag aufgerufen. Dies wäre der größte Ausstand in der Geschichte der Fluglinie. Die Lufthansa wollte am Nachmittag einen Not-Flugplan veröffentlichen.

Der Streit dreht sich nach Angaben der Gewerkschaft vor allem um die Arbeitsplatzsicherheit der rund 4500 Piloten, die in den Geltungsbereich des Konzerntarifvertrags fallen. Sie verlangen einen vertraglichen Schutz vor Verlagerung von Flügen in kostengünstigere Tochterfirmen des Konzerns. Die Lufthansa sieht darin einen Eingriff in ihre unternehmerische Freiheit und will nur über Jobgarantien für die bereits beschäftigten Piloten verhandeln.

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Bei Germanwings sollen trotz Streiks zwei Drittel der Flüge starten

Bei der Lufthansa-Billigtochter Germanwings sollen trotz des Streiks in der kommenden Woche zwei Drittel aller Flüge starten. Ein Ersatzflugplan sehe vor, dass an den Streiktagen Montag bis Donnerstag über 400 Verbindungen angeboten würden, erklärte das Unternehmen am Freitag. Kunden können ihre Flüge in dieser Zeit demnach aber auch kostenlos umbuchen, wenn sie diese vor Mittwoch gebucht haben. Die neue Reise muss zudem vor dem 25. März liegen und den gleichen Abflugs- und Zielort haben.

Den Notflugplan finden Germanwings-Kunden auf der Internetseite des Unternehmens unter www.germanwings.com. Informationen erhalten sie zudem unter der kostenlosen Rufnummer 0800-6644935. Germanwings will daneben auch sein Personal an den Flughäfen aufstocken.

Die Piloten der Vereinigung Cockpit wollen von Montag um Mitternacht bis Donnerstag um eine Minute vor Mitternacht die Flüge der Lufthansa, von Germanwings und der Frachtflugsparte Cargo bestreiken. Im Kern des Tarifstreits geht es der Gewerkschaft um die Sicherung der Arbeitsplätze der deutschen Piloten. Cockpit fürchtet, Jobs könnten verloren gehen, weil die Lufthansa künftig mehr Strecken von Auslandstöchtern bedienen lässt, bei denen das Lohnniveau für den Konzern günstiger ist.

Frankfurter Flughafen rüstet sich für Pilotenstreik

Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt rüstet sich für den ab Montag geplanten Pilotenstreik bei der Lufthansa. In enger Absprache mit der Fluglinie sei ein detaillierter Abstellplan für nicht genutzte Flugzeuge erstellt worden, erklärte der Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport, Jürgen Harrer, am Freitag.

Der Flughafen habe ausreichend Flächen zur Verfügung, so dass der übrige Verkehr reibungslos abgewickelt werden könne. Dies sei das oberste Ziel von Fraport. Laut Fraport entfällt etwa die Hälfte der täglich rund 1300 Flugbewegungen in Frankfurt auf die Lufthansa.

Fraport will zusätzliches Personal einsetzen, um die Abläufe aufrecht zu erhalten. Harrer verwies auf die Informationen der Lufthansa zu stattfindenden Flügen und appellierte an die Fluggäste, sich frühzeitig mit ihrer Airline in Verbindung zu setzen. Wegen der umfangreichen Information über die Medien rechne er nicht damit, dass die Terminals übervoll werden.

Die Lufthansa kann in der Frage der entstehenden Kosten auf ein Entgegenkommen des Betreibers ihres wichtigsten Flughafens hoffen. Man werde diese Frage in vertraulichen Gesprächen behandeln, sagte Harrer. Dies sei auch schon bei früheren Streiks so gehalten worden.

dpa/afp