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Deutschland / Welt Wer länger zittert, isst mehr Salzgebäck
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Wer länger zittert, isst mehr Salzgebäck
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08:58 14.03.2014
Foto: Die Knabberbranche frohlockt: WM-Zeit ist für sie Wachstumszeit.
Die Knabberbranche frohlockt: WM-Zeit ist für sie Wachstumszeit. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Wer länger zittert, greift häufiger zu Salzgebäck und Co. „Die Hersteller von Knabberartikeln erwarten ein gutes Geschäft durch die Fußball-Weltmeisterschaft“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), Stephan Nießner, bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2013.

Das gilt insbesondere auch für Lorenz Bahlsen, der sich nach der Realteilung des hannoverschen Keks- und Chipsimperiums vor 15 Jahren mit dem „salzigen“ Geschäft selbstständig gemacht hatte, das er inzwischen unter seinem Vornamen als Dachmarke führt. Im Süßwarenverband sind kurioserweise beide Bahlsens Mitglied – denn  er erfasst alles, was mit Knabbern und Schlemmen zu tun hat.

Vom Salzigen wurde im vergangenen Jahr kaum (0,3 Prozent) mehr als 2012 gegessen. Im Durchschnitt konsumierte ein Bundesbürger 3,5 Kilogramm Knabberkram. Nahezu unverändert war auch der Pro-Kopf-Verbrauch von Bonbons und Zuckerwaren: 5,7 Kilogramm. Besser lief es mit Schokoladen (9,7 Kilo pro Person) und süßen Backwaren (7,2 Kilo). Die Schokoladenindustrie steigerte die Produktion in Deutschland um 4,2 Prozent. Die Industriebäcker meldeten ein Plus von 3,3 Prozent.

Derzeit gebe es einen „Trend zu weicheren Produkten“, erzählt BDSI-Hauptgeschäftsführer Klaus Reingen. Schwierige Zeiten also für harte Bonbons. Warum das so ist, könne er auch nicht sagen. Bei den Vorlieben der Verbraucher „gibt es alle paar Jahre Verschiebungen“, hat er beobachtet. Andere Kundenbedürfnisse sind hinzugekommen. Deshalb gibt es inzwischen laktose- oder glutenfreie Süßwaren oder solche, die den Essprinzipien von Vegetariern entsprechen.

Die meisten Produkte der Branche enthalten jede Menge Zucker. Deshalb stehen gerade die Hersteller von süßen Sachen immer wieder in der Kritik. Gerade erst hat die EU-Kommission einen Aktionsplan zur Bekämpfung von Übergewicht bei Kindern bis 2020 vorgestellt. Darin geht es auch um die Beschränkung von Marketing und Werbung für Kinder.

Noch sei das nur ein Plan, sagt Nießner, der auch Mitglied der Ferrero-Geschäftsführung ist. Doch er befürchtet, dass daraus bald neue EU-Vorschriften entstehen könnten. „Verbote und Werbeeinschränkungen lehnen wir ab“, macht er klar. Die Argumentation der Industrie ist seit Jahren die gleiche. Zucker an sich sei nicht ungesund, es komme wie bei anderen Lebensmitteln auf die Menge an, die ein Mensch zu sich nehme. „Süßwaren sind nicht zum Sattessen da“, sagt Nießner.

 dpa

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