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Deutschland / Welt Kommentar: Märkte wie aus den Neunzigern
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Kommentar: Märkte wie aus den Neunzigern
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22:04 29.06.2018
Real zahlt seinen Mitarbeitern nun deutlich weniger. Quelle: dpa
Hannover

Um die 2200 Euro brutto verdient eine Kassiererin nach vier Berufsjahren im niedersächsischen Einzelhandel gemäß Verdi-Tarif monatlich. Das ist wahrlich nicht viel – doch aus Sicht der Supermarktkette Real noch zu viel. Sie will ihre Kosten senken, hat sich von Verdi verabschiedet und bietet neuen Mitarbeitern nun deutlich schlechtere Löhne. Glaubt man Real, ist das angesichts des Wettbewerbs unvermeidbar. Glaubt man Verdi, haben die Real-Manager versagt und lassen dafür die Mitarbeiter büßen. Die Wahrheit liegt – wie so oft – dazwischen.

Real verweist auf die vielen selbstständigen Rewe- und Edeka-Kaufleute, die nicht nach Tarif zahlen. Um mit ihnen mithalten zu können, seien Einsparungen unvermeidlich. Das Argument ist berechtigt: Viele Rewe- und Edeka-Märkte profitieren von der geballten Einkaufsmacht ihrer Zentralen, bezahlen ihre Mitarbeiter aber schlecht. Manche haben noch nicht einmal einen Betriebsrat.

Verdi hingegen zeigt auf Händler wie Kaufland, die Tariflöhne zahlen und trotzdem erfolgreich sind. Der Fehler müsse also bei Real liegen. Auch da ist etwas dran: Viele Real-Filialen sehen aus, als seien sie in den Neunzigerjahren stehen geblieben. Wohl vor allem deshalb hat die Kette von 2014 bis 2017 Umsätze verloren, während der Lebensmittelhandel insgesamt kräftig zugelegt hat. Das Internet ist keine Ausrede für die schlechten Zahlen, schließlich spielt der Onlinehandel in der Branche praktisch keine Rolle.

Real sollte also sein Image auffrischen und seine Märkte aufhübschen. Sonst bringen Einsparungen beim Personal nur eine kurze Atempause.

Von Christian Wölbert

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