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Deutschland / Welt Konzernumbau beschert Eon Rekordverlust
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Konzernumbau beschert Eon Rekordverlust
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00:15 14.03.2015
Das Atomkraftwerk Grohnde gehört zu knapp 83 Prozent dem Energiekonzern Eon. Quelle: dpa
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Düsseldorf

Auf die Dauer werde man aber von dem Umbau erheblich profitieren, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen.

Während auf die Mitarbeiter empfindliche Kürzungen zukommen, werden die Kunden die angespannte Lage des Konzerns beim Strompreis nach Einschätzung des Managements wohl nicht zu spüren bekommen. Hauptgrund für den gemeldeten Verlust war eine Bestandsaufnahme über den tatsächlichen Wert vieler Geschäfte. Das führte zu Abschreibungen von fast 5,5 Milliarden Euro vor allem auf Auslandskraftwerke – darunter Anlagen in Großbritannien, Schweden und Italien. Im Vorjahr hatte Eon einen Überschuss von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftet.

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Der Konzern hatte Ende November angekündigt, sich als Reaktion auf die Energiewende 2016 aufzuspalten und dabei den gesamten Teil mit den Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken in eine neue Gesellschaft ausgliedern zu wollen. Der Hauptkonzern will sich künftig auf Geschäfte wie Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren.

Eon hat – ebenso wie RWE, Vattenfall oder EnBW – mit den Folgen der Energiewende zu kämpfen. Die Stromproduktion in Großkraftwerken wird unrentabler, weil sie wegen des Booms des subventionierten Ökostroms zunehmend aus dem Markt gedrängt wird. Viele konventionelle Anlagen sind deshalb kaum noch ausgelastet und müssen abgeschrieben werden. Die geplante Neuaufstellung werde zwar einen „niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“ kosten, sagte Teyssen.Aber solche Kosten an Kunden weiterzureichen sei wegen der harten Konkurrenz unmöglich. Eon hat bundesweit 6,1 Millionen Strom- und Gaskunden. Die Eon-Strompreise seien seit 2013 stabil, sagte Vorstand Bernhard Reutersberg.

Erste Details wie die künftigen Firmensitze der ausgelagerten Gesellschaft und die Verteilung erster Vorstandsposten kündigte Eon für das zweite Quartal an. Das Jahr 2015 werde im Zeichen des Übergangs stehen. Als aussichtsreicher Standort für die neue Erzeugungsgesellschaft mit rund 20 000 Beschäftigten gilt Essen. „Wir werden mit unserer neuen Aufstellung agiler und schlagkräftiger sein“, sagte Teyssen. Bislang gehen andere Unternehmen bei ihrem Umbau nicht so radikal vor wie Eon. RWE etwa hatte sich erst am Dienstag trotz anhaltender Talfahrt ausdrücklich zum Geschäft mit der klassischen Stromerzeugung im Gesamtkonzern bekannt.

2014 habe sich Eon angesichts der schwierigen Marktumstände und im Vergleich zu vielen Konkurrenten gut behauptet, sagte Teyssen. „Aber wir wollen mehr erreichen.“ Im laufenden Geschäft gab es 2014 weitere Rückgänge unter anderem wegen sinkender Strompreise. Der operative Gewinn (Ebitda) sackte um 9 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro ab. Dabei belastete auch das wichtige Russland-Geschäft wegen des Rubel-Verfalls. In diesem wie im kommenden Jahr will der Konzern seinen Aktionären stattdessen eine feste Ausschüttung von 50 Cent je Aktie zahlen

Von Rolf Schraa

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