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Deutschland / Welt Krise trifft den Maschinenbau
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20:14 10.02.2009
Die deutschen Maschinenbauer rechnen 2009 mit einem Produktionseinbruch. Quelle: Ronny Hartmann/ddp
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Noch sind die Betriebe gut ausgelastet, doch die Auftragseingänge sind stark zurückgegangen. „Nicht selten wurden die gesamten Absatz-, Produktions-, Investitions- und Beschäftigungspläne für 2009 außer Kraft gesetzt“, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Manfred Wittenstein, am Dienstag in Frankfurt.

Noch Anfang Oktober hatte er gehofft, dass die Produktion der überwiegend mittelständisch geprägten Branche in diesem Jahr nur stagnieren werde. Diese Hoffnung wurde zunichte gemacht: Die Auftrageingänge gingen im letzten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent zurück, im Dezember sogar um 40 Prozent.

Angesichts des dramatisch veränderten weltwirtschaftlichen Umfelds sei es schwierig, eine neue Prognose abzugeben, sagte Wittenstein. Aus heutiger Sicht müsse man aber damit rechnen, dass die deutsche Maschinenproduktion 2009 um 7 Prozent zurückgehen werde. Obwohl sich die Branche in den vergangenen Jahren ein gewisses Polster verschafft habe und über eine solide Kapitalausstattung verfüge, würden voraussichtlich Arbeitsplätze abgebaut. Allein durch die zu erwartenden Insolvenzen kleinerer Firmen gingen vermutlich 10.000 Stellen verloren.

In den vergangenen Jahren war der Maschinen- und Anlagenbau einer der Jobmotoren der deutschen Wirtschaft. Seit Juni 2005 hat die Branche 120.000 Arbeitsplätze geschaffen, allein im vergangenen Jahr 40.000. Zum Jahresende waren 975.000 Mitarbeiter in den knapp 6000 Unternehmen der Branche beschäftigt. Trotz der schlechteren Aussichten warnte der Verbandspräsident vor Schwarzmalerei. Selbst wenn die Produktion um 7 Prozent zurückgehen sollte, würde man auf dem Niveau von Mitte 2007 landen – dies wurde damals als Produktionsrekord bejubelt. Zudem verfügten die Unternehmen noch über Aufträge für rund sechs Monate.

Der hannoversche Firma Troester zum Beispiel wird noch bis zum Herbst voll ausgelastet sein, wie Geschäftsführer Peter Schmidt sagte.

von Klaus Dieter Oehler