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Deutschland / Welt Künftiger TUI-Chef Joussen kündigt harte Einschnitte an
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11:53 13.02.2013
Im Mittelpunkt der TUI-Hauptversammlung steht die Übergabe der Unternehmensleitung an Friedrich Joussen. Quelle: dpa
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Hannover

Der künftige TUI-Chef Fritz Joussen bereitet die Belegschaft des Reisekonzerns auf spürbare Einschnitte vor. "In den nächsten Wochen werden wir uns sehr genau die einzelnen Bereiche der TUI AG vornehmen und – etwas salopp formuliert – vor der eigenen Haustür kehren", sagte Joussen laut Redetext am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Hannover. Die Aktionäre könnten zu Recht eine "angemessene Verzinsung" ihres eingesetzten Kapitals erwarten. Joussen übernimmt vom langjährigen TUI-Chef Michael Frenzel die TUI-Führung im Anschluss an das Aktionärstreffen. Frenzel gab Joussen mit auf den Weg, die Verschmelzung des Hannoveraner Konzerns mit seiner Veranstaltertochter Tui Travel voranzutreiben. Die Konstellation dränge nach einer Lösung, sagte Frenzel.

Frenzel geht mit steigenden Verlusten: Der größte Reisekonzern Europas hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres mehr umgesetzt, aber auch höhere Verluste eingefahren. Der Umsatz lag im Jahresvergleich 1,4 Prozent höher bei 3,5 Milliarden Euro. Der Nettoverlust stieg im Zeitraum Oktober bis Dezember 2012 um 34 Prozent auf 184 Millionen Euro. Es war das letzte Vierteljahr des MDAX-Unternehmens unter Leitung von Frenzel, der am Mittwoch in Hannover abtritt.

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Der Konzern begründete den Anstieg in einer Mitteilung mit außerordentlichen Erträgen im Vergleichsquartal 2011, die sich nicht wiederholt hätten. Das Touristikgeschäft ist im Winter traditionell in den roten Zahlen, die Gewinne werden im Sommer eingefahren.

Den mit weitem Abstand größten Umsatzanteil von 3,4 Milliarden Euro liefert die Tochter TUI Travel, in der das gesamte Reisegeschäft gebündelt ist. Die Gästezahl sank um mehr als drei Prozent, aber die durchschnittlichen Preise stiegen. Veränderte Buchungsregeln sorgten für etwas höhere Verluste, der Effekt gleiche sich aber im Lauf des Jahres wieder aus. Die Hotelbeteiligungen fuhren ein leicht besseres Ergebnis ein, die Kreuzfahrttochter verlor etwas mehr Geld. Für die 22-Prozent-Beteiligung an der Containerreederei Hapag-Lloyd verbuchte TUI acht Millionen Euro Verluste. Die Anleger reagierten mit Ablehnung auf die Zahlen: Der Kurs der TUI-Aktie fiel in einem nahezu unbewegten Gesamtmarkt fast 1,5 Prozent.

Führungswechsel auf der Hauptversammlung  

Die TUI-Aktionäre kamen am Vormittag in Hannover zur Hauptversammlung zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei die Übergabe der Unternehmensleitung vom langjährigen Vorstandsvorsitzenden Frenzel an seinen Nachfolger Friedrich Joussen. Frenzel führte TUI und den Vorläuferkonzern Preussag seit 1993. Er verwandelte durch Verkauf und Zukauf von Tochterfirmen den Mischkonzern Preussag in einen reinen Touristikanbieter.

Aufsichtsratschef Klaus Mangold bedankte sich bei Frenzel „für seine fast 20-jährige sehr erfolgreiche Führung des Konzerns“. Dagegen hatten zahlreiche Aktionäre früher Frenzel Versagen vorgeworfen: Die letzte Dividende wurde 2007 gezahlt, der Aktienwert liegt weit unter Höchstkursen. Joussen leitete bis zum vergangenen Jahr die deutsche Tochter des Mobilfunkunternehmens Vodafone.

dpa/dapd/frs

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