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Deutschland / Welt Kurzarbeit in Hannover
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22:04 04.03.2009
VW diskutiert in Wolfsburg über Zusatzschichten und muss in Hannover erneut Kurzarbeit beantragen. Quelle: Philipp Guelland/ddp
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Die Abwrackprämie heizt die Produktion im Wolfsburger Stammwerk von Volkswagen an. Während in der Golf-Fertigung bereits wieder Kapazitäten hochgefahren und Zusatzschichten diskutiert werden, profitieren die Kollegen in Hannover kaum von der staatlichen Verkaufsförderung. Das Nutzfahrzeugwerk, in dem Transporter, Multivan und Caravelle hergestellt werden, musste sogar erneut Kurzarbeit beantragen. An vier Montagen im März soll die Produktion ruhen.

In Wolfsburg soll es nach Informationen dieser Zeitung neun sogenannte Anfahrtschichten an Sonntagen geben. Nach der Kurzarbeitswoche Ende Februar muss Volkswagen wegen der hohen Nachfrage etwa 40 000 zusätzliche Golf bauen. Der Ausstoß wurde bereits um 200 Fahrzeuge je Tag erhöht. Im VW-Werk Mosel, wo das Modell ebenfalls vom Band läuft, ist nach zwei Wochen Kurzarbeit bereits für Sonnabend die erste Sonderschicht anberaumt worden.

In Wolfsburg soll eine Montagelinie wieder im Dreischichtbetrieb arbeiten. Dafür sollen etwa 600 Leiharbeiter aus den VW-Werken in Hannover und Braunschweig nach Wolfsburg kommen. Die Hannoveraner wollen alle Zeitarbeitsverträge auslaufen lassen. Einige enden jedoch erst Mitte des Jahres oder später. Durch den Wechsel nach Wolfsburg hätten die Betroffenen die Sicherheit, den Vertrag bis zum Ende erfüllen zu können, hieß es.

VW Nutzfahrzeuge profitiert derzeit nur beim Caddy von der Abwrackprämie, die vor allem bei kleineren Fahrzeugen für einen Zwischenboom gesorgt hat. Der kleine Lieferwagen sei in seiner Familienvariante sehr beliebt, hieß es bei VWN. Allerdings komme dies allein dem polnischen Schwesterwerk zugute. Die vergleichsweise teuren Transporter aus Hannover sind weniger gefragt. Für etwa zwei Drittel der 12 500 Beschäftigten wurde daher für die kommenden vier Montage Kurzarbeit angesetzt. In Wolfsburg allerdings dürfte schon jetzt feststehen, dass es bis zum Werksurlaub im Juli keine weiteren Ausfalltage gibt.

von Jörg Lünsmann und Lars Ruzic