Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Letzter Ansturm auf Quelle
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Letzter Ansturm auf Quelle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:03 03.11.2009
Der Auskauf bei Quelle läuft besser als erwartet. Quelle: ddp
Anzeige

Ähnlich wie am Sonntag forderte der Ansturm auf die Internetseite quelle.de den Kunden auch am Montag Geduld ab, da sich die Homepage des Versenders zeitweise nicht oder nur mit Verzögerung öffnen ließ.

Die seit Montag ebenfalls am Ausverkauf beteiligten Quelle-Filialen leisteten nur einen kleinen Beitrag zum Gesamtvolumen der Aktion, erklärte Görg. „Hauptverkaufskanal ist und bleibt quelle.de.“ Einige der rund 80 Quelle Technik Center erlebten einen Ansturm auf das preisreduzierte Warenangebot. So waren in Frankfurt die Regale mit Elektrowaren und Haushaltsartikeln bereits nach kurzer Zeit nahezu leer gefegt. Andernorts lief der Verkauf schleppend an. Das lag auch daran, dass in einigen Quelle Technik Centern – unter anderem in Laatzen – der Ausverkauf schon seit Wochen läuft. Insgesamt sind vier bis sechs Wochen für die Aktion eingeplant.

Anzeige

Im Internet seien am Montag bis zum Nachmittag rund 27 000 Bestellungen eingegangen, am Sonntag seien es bereits fast 62 000 Aufträge gewesen, berichtete der Insolvenzverwalter. Pro Bestellung würden im Schnitt drei oder vier Artikel geordert. Einen solchen Ansturm habe Quelle selbst im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft bisher nicht erlebt: Am 23. Dezember 2008, dem bisherigen Rekordtag, waren 46 000 Internetbestellungen eingegangen. Zum Verkauf stehen bei Quelle rund 18 Millionen Artikel, davon etwa die Hälfte Modeartikel. Kleidung, Schmuck, Schuhe und Sportartikel werden 30 Prozent billiger verkauft, Möbel, Heimtextilien und Hausrat kosten 20 Prozent weniger, auf Technik gibt es einen Rabatt in Höhe von 10 Prozent.

Der Ausverkauf besiegelt das Schicksal des insolventen Traditionsunternehmens. Trotz anfänglich optimistischer Einschätzung hatte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg vor zwei Wochen überraschend das Aus für Quelle bekannt gegeben. Es habe sich kein Investor gefunden, der bereit sei, das Unternehmen als Ganzes zu übernehmen.

Nach dem Aus für Quelle bangen auch die 950 Mitarbeiter des ebenfalls insolventen Kundendienstbereichs Profectis um ihre Jobs. Die Sorge sei, dass mögliche Investoren bei der Übernahme von anderen Primondo-Gesellschaften ihren eigenen Kundendienst einbringen könnten, sagte Johann Rösch von der Gewerkschaft ver.di. Die rund 500 Beschäftigten der beiden Nürnberger Standorte zogen gestern protestierend vor das Betriebsgelände.

dpa/afp