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Deutschland / Welt Lufthansa-Kunden haben Ansprüche
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Lufthansa-Kunden haben Ansprüche
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13:50 20.02.2010
Die Fluggesellschaft Lufthansa will die Auswirkungen auf ihre Passagiere so gering wie möglich halten. Quelle: dpa
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Gleichwohl sind Verspätungen und Ausfälle von Flügen programmiert. Wie können Passagiere darauf reagieren?

Umbuchen: Wer am Flughafen erfährt, dass seine Verbindung gestrichen ist, hat die Wahl, den Ticketpreis erstattet zu bekommen oder sich mit einem Ersatzflug zum Ziel bringen zu lassen. Die Fluggesellschaft muss dann eine alternative Beförderung unter gleichen Reisebedingungen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt ermöglichen. Gegen Schadensersatz- oder Ausgleichszahlungen wehren sich die Fluggesellschaften in der Regel und verweisen oft auf die außergewöhnlichen Umstände – auch bei Streiks. Schon jetzt bietet die Lufthansa wegen des Streiks kostenfreie Umbuchungen an: Fluggäste, die einen Lufthansa-Flug im Zeitraum vom 22. bis 25. Februar gebucht hätten, könnten einmalig kostenfrei auf einen anderen Lufthansa-Flug umbuchen, hieß es. Voraussetzung ist den Angaben zufolge, dass das Ticket vor dem 18. Februar ausgestellt worden ist, das neue Reisedatum vor dem 31.  März liegt und die Start- und Zielpunkte der Reise nicht verändert werden.

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Bahnfahren: Bei Zielen in Deutschland können Fluggäste ihren Flugschein am Ticketschalter auch gegen einen Reisegutschein der Deutschen Bahn eintauschen. Eine spätere Erstattung des Bahntickets ist ebenso möglich, dafür muss der Kunde einen Kaufbeleg für das Flugticket einreichen.

Stornieren: Wenn ein Flug wegen des Streiks gestrichen wird, kann man ihn am Flughafenschalter oder auch von zu Hause aus stornieren und bekommt dann sein Geld zurück – entweder von der Lufthansa oder vom Reisebüro, das das Ticket verkauft hat. Die Lufthansa listet ausgefallene und verspätete Flüge im Internet unter www.lufthansa.com auf. Informationen erhalten Fluggäste auch unter der kostenlosen Rufnummer (08 00) 8 50 60 70.

Ansprüche bei Verspätungen: Bei Verzögerungen des Abfluges von zwei Stunden bei Kurzstrecken (bis 1500 Kilometer), drei Stunden bei Mittelstrecken (bis 3500 Kilometer) und vier Stunden bei Langstrecken muss auf Wunsch „für das leibliche und kommunikative Wohl“ des Fluggastes gesorgt werden, wie die Verbraucherzentralen betonen. Passagiere haben dann Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Faxe oder E-Mails sowie – falls nötig – Hotelübernachtungen inklusive Transfer. Wer seine Reise nicht mehr antreten will, kann bei einer mindestens fünfstündigen Flugverspätung sein Geld zurückverlangen.

Entschädigungen: Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung bis 600 Euro – aber nur, wenn kein „außergewöhnlicher“ Umstand daran schuld ist. Die Lufthansa wertet Streiks aber wie miserables Wetter als außergewöhnlichen Umstand. Eine Entschädigung zahlt sie deshalb nicht. ap

ap

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