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Deutschland / Welt Lufthansa bleibt auf niedriger Flughöhe
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18:20 12.03.2015
„Es gibt keinen Ausweg“: Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Finanzchefin Simone Menne setzten auf den Zwang zur Einigung im Tarifkonflikt mit den Piloten.  Foto: dpa
„Es gibt keinen Ausweg“: Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Finanzchefin Simone Menne setzten auf den Zwang zur Einigung im Tarifkonflikt mit den Piloten. Foto: dpa Quelle: DANIEL ROLAND
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Risiken aus den weiterhin möglichen Streiks der Piloten sind dabei noch nicht in der neuen Zielgröße von 1,5 Milliarden Euro bereinigtem Gewinn vor Steuern und Zinsen enthalten. Die zunächst stark in den Börsentag gestartete Lufthansa-Aktie fiel schnell ans Ende des Dax, als klar wurde, dass mögliche Streikkosten aus der Prognose herausgenommen sind.

Man werde mit den seit knapp einem Jahr immer wieder streikenden Piloten zu einer Einigung kommen, sagte Spohr. „Es gibt für beide Seiten keinen Ausweg.“ Die bislang elf Wellen des Pilotenstreiks haben Lufthansa seit April 2014 rund 232 Millionen Euro gekostet. Im parallelen Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern haben laut Spohr gerade die Schlichter Herta Däubler-Gmelin und Friedrich Merz ihre Arbeit aufgenommen.

Mit der neuen Zielmarke liegt Lufthansa nur 300 Millionen Euro über dem vergleichbaren Wert für das Jahr 2014. Einsparungen von rund 800 Millionen Euro bei der Kerosinrechnung stünden weiter sinkende Ticketerlöse vor allem auf Strecken nach Asien, aber auch in Europa gegenüber, erklärte Finanzchefin Simone Menne.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern gleich zwei Gewinnwarnungen herausgeben müssen und agiert nun entsprechend vorsichtig. Für 2014 hatte die Konzernspitze den Aktionären schon im Februar die Dividende gestrichen, nachdem hohe Pensionslasten, der Verkauf der Rechenzentren und Fehleinschätzungen bei der Preissicherung des Kerosins dem Unternehmen nach deutscher Rechnungslegung einen Nettoverlust von 732 Millionen Euro eingebrockt hatten.

„Wir haben eine Menge erreicht“, sagte Spohr dennoch mit Blick auf das 2012 von seinem Vorgänger Christoph Franz gestartete Sanierungsprogramm „Score“. Die Verbesserungen in 6000 Einzelprojekten hätten einen Ergebnisbeitrag von 2,5 Milliarden Euro gebracht. Doch wegen der fallenden Ticketpreise und steigenden Kosten sei davon unter dem Strich fast nichts übriggeblieben. Dem Programm sind auch rund 3500 Jobs zum Opfer gefallen. Mit dem Ausbau der Billigplattform Eurowings gehe es nun an die strukturellen Änderungen im Konzern, sagte Spohr.

Von Christian Ebner

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