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Deutschland / Welt Lufthansa streicht 13 Flüge aus Hannover
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Lufthansa streicht 13 Flüge aus Hannover
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13:00 06.09.2012
Am Freitag fallen zwei Drittel der Lufthansa-Flüge aus. Auf dem Münchner Flughafen „Franz-Josef-Strauß" wurden in der Schalterhalle bereits Feldbetten aufgebaut. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Nach Angaben der Sprecherin des Flughafens Hannover sind auch die ankommenden Flüge gestrichen. Am Bremer Flughafen fallen ebenfalls alle Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt aus. Betroffen seien sechs Maschinen, sagte ein Sprecher des Flughafens. Nach München seien dagegen die Früh- und Spätmaschinen gestrichen. Normalerweise fliegen freitags sieben Maschinen in die bayrische Hauptstadt.

Passagiere der Lufthansa müssen sich am Freitag überall auf massive Behinderungen und Flugausfälle einstellen. Im Tarifkonflikt hat die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo für Freitag zu einem 24-Stunden-Streik an allen deutschen Lufthansa-Standorten aufgerufen. Die Lufthansa hat wegen des angekündigten Streiks bereits zwei Drittel ihrer Flüge am Freitag gestrichen. Das sagte ein Sprecher der Lufthansa am Mittwochabend der dpa.

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Nach zwei regionalen Streikwellen mit zusammen mehr als 500 Flugausfällen und rund 90 000 direkt und indirekt betroffenen Passagieren sind die Fronten weiter verhärtet. Es deutete zunächst nichts auf eine Annäherung der beiden Tarifparteien hin.

Ufo fordert fünf Prozent mehr Lohn, das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa bietet bei einer längeren Laufzeit 3,5 Prozent Lohnerhöhung, plant aber eine konzerninterne Billigtochter und will die Gehaltsstufen abflachen.

Der Unternehmenssprecher sagte, die Lufthansa hoffe, dass sie am Freitag ein Drittel der Flüge anbieten könne. Dazu zählten Flüge von Regionalpartnern, die nicht bestreikt werden sollen. Die Lufthansa wolle aber auch Langstreckenflüge anbieten. Die Fluggesellschaft informiert auf ihrer Internetseite über die gestrichenen Flüge.

Die Schäden für die Lufthansa dürften bereits nach der zweiten Welle der Streiks in die Millionen gehen. Das Unternehmen will aber keine Schätzungen abgeben.

Lufthansa-Manager Peter Gerber hatte zuvor wieder eine auf wenige Fragen reduzierte Schlichtung ins Spiel gebracht. Die Gewerkschaft reagierte abwartend. Ufo-Sprecher Alexander Behrens sagte am Mittwochabend: „Die Lufthansa ist nicht auf uns zugekommen.“

In einer Schlichtung könnten die Fragen des offenen Vergütungstarifvertrages behandelt werden, nicht aber komplexe Punkte aus dem Manteltarif oder unternehmerische Entscheidungen, sagte Lufthansa-Manager Gerber. Damit meinte er besonders den von Ufo bislang heftig bekämpften Plan einer internen Billigfluglinie auf dem Tarifniveau der Tochter Germanwings.

Ufo-Chef Nicoley Baublies hatte Gerber aufgefordert, seine Vorstellungen im direkten Gespräch der Gewerkschaft zu erläutern. Man werde sich alles anhören, was die Streiks am Freitag möglicherweise überflüssig machen könnte.

dpa 

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Lars Ruzic 06.09.2012