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Deutschland / Welt Magna bereitet Stellenabbau bei Opel vor
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Magna bereitet Stellenabbau bei Opel vor
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20:01 20.09.2009
Von den 4500 Stellen, die in Deutschland wegfallen sollen, befinden sich 2024 in Bochum. Quelle: ddp
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Unter anderem soll das Getriebewerk geschlossen und die Produktion nach Österreich verlagert werden. Der Standort mit 5170 Mitarbeitern wäre damit am stärksten betroffen. Erste Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien für heute am Stammsitz in Rüsselsheim geplant.

Dort sollen dem Vernehmen nach 1817 der 15.600 Stellen wegfallen, davon 1100 in der Verwaltung und 717 in der Produktion. Weitere 283 Beschäftigte sollen im Werk Kaiserslautern, wo 2400 Menschen arbeiten, ihre Arbeit verlieren. Das Werk Eisenach mit 1800 Mitarbeitern bleibt demnach von Stellenstreichungen verschont, da Produktionskapazitäten aus dem spanischen Saragossa nach Thüringen verlagert werden. Insgesamt beschäftigt Opel in Deutschland rund 25.000 Menschen. In Europa soll jeder fünfte der rund 50.000 Arbeitsplätze wegfallen.

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Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel kritisierte die Pläne Magnas, das dortige Getriebewerk mit 650 Mitarbeitern zu schließen und die Fertigung nach Österreich zu verlagern. „Das ginge nur über Abfindungen, da Magna keine betriebsbedingten Kündigungen vornehmen will. Die Mittel dafür stammten aus dem Überbrückungskredit des Bundes. Damit würde „Staatsgeld für Jobverlagerungen missbraucht“. Einenkel widersprach Berichten, wonach das Opel-Werk in Belgien billiger fertige: „Die Bochumer Produktion ist 200 Euro pro Auto kostengünstiger als Antwerpen.“

Die russischen Partner des Opel-Käufers Magna pochen unterdessen auf einen Zugriff auf die Technologie des Autobauers. Ohne einen Transfer des technischen Wissens nach Russland sei das Geschäft wertlos, betonte Sberbank-Chef German Gref am Wochenende.

Die staatlich kontrollierte Sberbank steigt gemeinsam mit dem kanadischen Zulieferer Magna bei Opel ein. Der bisherige Mutterkonzern General Motors hat Verhandlungskreisen zufolge bei der Zusage an das Konsortium den Technik-Transfer eingeschränkt. „Wenn es keinen Import der Technologien gibt, dann würde das bedeuten, dass die Vereinbarung reine Zeitverschwendung ist“, erklärte Gref auf einer Wirtschaftskonferenz in Sotschi.

Zuvor hatte Ministerpräsident Wladimir Putin betont: „Wir brauchen nicht so sehr das Geld, aber vor allem das Wissen und die Erfahrung wichtiger internationaler Akteure.“

ddp

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