Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Magna nennt Details zu Konzept für Opel-Übernahme
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Magna nennt Details zu Konzept für Opel-Übernahme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:47 23.05.2009
Symbolfoto Quelle: Berthold Stadler/ddp
Anzeige

Magna will 700 Millionen Euro in Opel investieren, die Summe soll teils von der Bundesregierung garantiert werden. Ein „Spiegel“-Bericht, wonach Magna die Übernahme der Opel-Pensionslasten auf den Bund abwälzen will, wurde dementiert.

Das Konzept des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna sieht nach Angaben des Konzerns vor, dass die Opel-Mutter General Motors (GM) einen Anteil von 35 Prozent behalten soll. Magnas russischer Partner Sberbank werde ebenfalls 35 Prozent übernehmen, Magna selbst 20 Prozent und die Opel-Belegschaft die übrigen zehn Prozent.

Anzeige

Magna will Medienberichten zufolge im Gegenzug für seine Investitionen Staatsbürgschaften in Höhe von bis zu fünf Milliarden Euro. Nach „Spiegel“-Informationen will Magna, dass der Bund zusätzlich die Opel-Pensionslasten in Höhe von drei Milliarden Euro zumindest teilweise übernimmt. Aus Teilnehmerkreisen des Spitzentreffens am Freitag im Kanzleramt wurde dies jedoch dementiert. Die Magna-Vertreter hätten vielmehr deutlich gemacht, dass die Frage des Umgangs mit den Pensionsansprüchen „ausdrücklich keine Bedingung“ des Magna-Angebots darstelle, hieß es am Samstag in Berlin.

Dritter Interessent ist der US-Finanzinvestor Ripplewood. Die vier Ministerpräsidenten mit Opel-Standort in ihrem Land waren am Freitag nicht zu einer einheitlichen Bewertung gekommen. Hessen und Rheinland-Pfalz sprachen sich für Magna aus, Nordrhein-Westfalen unter Verweis auf einen befürchteten großen Stellenabbau dagegen.

Guttenberg sagte am Rande der Bundesversammlung, es gebe nun ein umfassenderes Konzept von Fiat. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers äußert sich der Konzern darin genauer zur Eigenkapitalausstattung und zur Risikofinanzierung. Guttenberg hatte gesagt, es gelte, alle drei Opel-Interessenten „im Spiel zu halten“.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte am Sonnabend in Berlin, es sei „prima“, dass Angebote nachgebessert würden. „Wir werden kein Angebot unterstützen, das schlechter für den Standort Deutschland und für die Arbeitnehmer ist als andere Angebote“, betonte er.

Fiat-Chef Sergio Marchionne warb im „Spiegel“ noch einmal für seine Fusionspläne. „Die Opel-Beschäftigten würden zur zweitgrößten Autogruppe Europas gehören“, sagte er. Falls der Einstieg bei Opel nicht zustande kommt, will er sich vorerst um keinen weiteren Partner in Europa bemühen. „Ich bettle nicht“, sagte Marchionne.

Die „Welt am Sonntag“ berichtete unter Berufung auf den Aufsichtsrat von General Motors Europe (GME), auch Magna wolle sein Angebot nachbessern. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) lehnt die Übernahmepläne ab, weil in Bochum 2200 Stellen wegfallen sollten. „Damit hat das Werk keine Perspektive mehr“, sagte Betriebsratschef Rainer Einenkel der Zeitung. Insgesamt ist für Deutschland die Streichung von 2500 bis 2600 Stellen im Gespräch.

Die „Frankfurter Rundschau“ berichtete am Sonnabend, Magna plane eine stärkere Auslastung des Opel-Stammwerkes in Rüsselsheim. Dort solle neben dem Modell Insignia auch der neue Astra produziert werden.

Laut „Focus“ sicherte Magna zu, sich im Falle einer Übernahme an die deutschen Mitbestimmungsregeln halten zu wollen. Dies sei ein wesentliches Argument für das Magna-Angebot, das deshalb trotz der vorgesehenen Einschnitte auch von der SPD und der IG Metall mitgetragen werde, berichtete das Magazin aus Regierungskreisen.

afp