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Deutschland / Welt Bahn-Manager muss nach Chaos gehen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Bahn-Manager muss nach Chaos gehen
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14:29 11.08.2013
Nach dem Bahnchaos am Mainzer Hauptbahnhof zieht das Unternehmen nun personelle Konsequenzen. Quelle: dpa
Mainz

Die Bahn zieht nach dem Chaos am Mainzer Hauptbahnhof personelle Konsequenzen: Der Produktionsvorstand der Bahntochter DB Netz, Hansjörg Hess, muss gehen. Dies bestätigten gut informierte Kreise am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Die „Stuttgarter Zeitung“ hatte vorher darüber berichtet. Der Elektroingenieur wurde im Jahr 2011 Vorstand für Produktion bei der DB Netz AG. Die Ablösung soll laut „Stuttgarter Zeitung“ schon länger geplant gewesen sein. Die aktuellen Ereignisse in Mainz hätten sie jedoch beschleunigt. Eine Bahn-Sprecherin sagte, man führe keine Personaldiskussionen über die Medien.

Um für Entlastung zu sorgen, will die Deutsche Bahn Mitarbeiter bitten, freiwillig ihren Urlaub zu unterbrechen. Es bestehe aber kein Zwang, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag in Berlin. Denkbar sei auch, Fahrdienstleiter aus anderen Bereichen zu schulen, damit sie in personell ausgedünnten Stellwerken aushelfen könnten. Bahn-Aufsichtsratsmitglied Patrick Döring forderte, umgehend Fahrdienstleiter zurückzuholen. „Die urlaubenden Mitarbeiter sollten sofort auf Kostenerstattung der Bahn ihren Urlaub abbrechen und Dienst tun“, sagte der FDP-Generalsekretär der „Bild am Sonntag“.

Weil fast die Hälfte der Fahrdienstleiter in Urlaub oder krank ist, herrscht am Mainzer Hauptbahnhof seit rund einer Woche Chaos mit Zugausfällen und Umleitungen. Die Lage wird vom Montag an noch schwieriger, weil der Notfahrplan dann auch Ausfälle und Umleitungen tagsüber im Gepäck hat - nicht mehr nur abends und nachts. Die Einschränkungen sollen bis mindestens Ende August dauern.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG wies die Forderung zurück, Mitarbeiter aus dem Urlaub zu holen. „Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen ihren Erholungsurlaub dringend“, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner in Frankfurt. „Jetzt den Kollegen den Schwarzen Peter zuschieben, die ihren Erholungsurlaub dringend brauchen, ist einfach nur schäbig.“

Aus dem Bundesverkehrsministerium hieß es am Sonntag: „Diese Situation ist nicht hinnehmbar.“ Das Problem müsse zügig behoben werden, und es müsse sichergestellt werden, dass sich dies nicht woanders wiederhole. Staatssekretär und Bahn-Aufsichtsratsmitglied Michael Odenwald hatte die Bahn bereits zur Prüfung aufgefordert, ob nicht urlaubende Mitarbeiter zurückgeholt werden können.

Der Mainzer Hauptbahnhof musste am Sonntag eine weitere Belastungsprobe überstehen. Tausende Fans des VfB Stuttgart reisten zum Bundesligaspiel gegen Mainz 05 in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt. Allein aus dem Südwesten wurden nach Angaben eines Club-Sprechers 3200 Fans erwartet. Dazu waren kurzzeitig mehr S-Bahnen, ein Regionalzug zusätzlich und ein Sonderzug im Einsatz. Ein zusätzlicher Fahrdienstleiter sprang für ein paar Stunden ein.

Der Chef des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne), kritisierte die Bahn. „Bei der Bahn wird massiv gespart und nur auf die Rendite geschaut“, sagte Hofreiter der „Rheinischen Post“ (Samstag). Der Bund habe das Unternehmen nicht gut genug ausgestattet. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) solle sich bei den Mainzern entschuldigen. Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle sieht Handlungsbedarf beim Bund. „Die Bahn macht damit den deutschen Schienenverkehr international lächerlich“, kritisierte Brüderle.

dpa

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